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MI | 11.04.2012
Fledermaus. (Bild: APA)
RETTUNGSAKTION
Fledermaus-Quartierbetreuer gesucht
Tierschützer schlagen Alarm: Die heimischen Fledermausbestände sind bedroht. Mit einem umfassenden Schutzprogramm soll der Bestand gerettet werden. Dazu werden nun landesweit "Fledermaus-Quartierbetreuer" gesucht.
Einstiges Fledermausparadies
Fledermäuse zählen zu den am meisten bedrohten Tierarten. Das Burgenland galt in der Vergangenheit für die fliegenden Säugetiere als kleines Paradies.
Fledermäuse. (Bild: ORF)
21 Arten vor 15 Jahren
Bei einer Erhebung vor 15 Jahren konnten im Burgenland noch 102 größere Quartiere mit 21 Fledermausarten ausfindig gemacht werden.
Ernüchterung im Vorjahr
Im Vorjahr wurde eine neuerliche Zählung durchgeführt und das Ergebnis war für die Experten schockierend: Der Fledermausbestand halbierte sich, jedes zweite Fledermausquartier ist verwaist.
"Zunehmend verschlossen"
"Diese Quartiere befinden sich in Dachräumen von großen Gebäuden und werden zunehmend verschlossen vor Fledermäusen. Es werden auch giftige Holzschutzmittel verwendet", sagte Friederike Spitzenberger von BatLife Österreich.
Diözese will weiterhelfen
Die Diözese Eisenstadt ist mit ihren Kirchtürmen der größte Quartiergeber im Burgenland.

Von Seiten der Kirche will man nun alles unternehmen, damit die noch vorhandenen Populationen gerettet werden können.
Fledermaus. (Bild: APA)
"Einflugschneisen erhalten"
"Wir sind sehr daran interessiert, die Quartiere zu erhalten und versuchen auch die Pfarren bei Baumaßnahmen einzubinden, damit die Einflugschneisen erhalten bleiben", so Thomas Pavicsits vom Bauamt derDiözese Eisenstadt.

Durch eine Informationskampagne soll die Akzeptanz der Bevölkerung für Fledermausschutz erhöht werden. Immerhin verspeist eine Fledermaus pro Abend bis zu 2000 Gelsen.
50.000 Euro
"Wir haben ein EU-konfinanziertes Projekt in der Höhe von 50.000 Euro, wo wir die Populationen erheben, Schutzmaßnahmen ausarbeiten, um Verständnis bei der Bevölkerung werben und um Betreuer zu bekommen", sagte Naturschutzlandesrat Nikolaus Berlakovich (ÖVP).

Damit sichere man eine gesunde Umwelt und außerdem die Insektenvernichtung, sagte der Landesrat.

Landesweit werden nun so genannte Fledermaus-Quartierbetreuer gesucht. Interessenten werden von BatLife Österreich gemeinsam mit dem Naturschutzbund geschult.
Info-Broschüre. (Bild: ORF)
"Rettungsanker"
"Das wichtigste ist die Akzeptanz, man soll nicht wöchentlich auf den Dachtsuhl steigen und nachschauen. Der Betreuer soll so etwas sein wie ein Rettungsanker", sagte Thomas Zechmeister vom Naturschutzbund Burgenland.

Bei einem ersten Info-Abend in Oberpullendorf herrschte für die ehrenamtliche Tätigkeit als Fledermaus-Quartierbetreuer bereits reges Interesse.
Weitere Informationsveranstaltungen
Weitere Informationsveranstaltungen zum Thema Fledermausschutz und Quartierbetreuer finden am 24Februar in Jois und am 3. März in Güssing statt.
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