Burgenland ORF.at
MI | 11.04.2012
Gerichtssaal. (Bild: ORF)
EISENSTADT
Schuldsprüche im Schaumparty-Prozess
Im Prozess nach dem Tod eines 17-jährigen Mädchens bei einer Schaumparty in Oggau im Sommer 2004 wurden nun die Urteile gefällt. Es gab drei Schuldsprüche.
Veranstalter wurde freigesprochen
Drei der vier Angeklagten wurden wegen fahrlässiger Gemeingefährdung mit Todesfolge schuldig gesprochen und zu sechs Monaten bedingter Freiheitsstrafe sowie zu Geldstrafen verurteilt.

Freigesprochen wurde hingegen einer der Veranstalter des Sommerfestes, bei dem die Schaumparty stattfand.
Unter Schaum erstickt
Im Sommer 2004 war in Oggau (Bez. Eisenstadt Umgebung) ein 17-jähriges Mädchen aus Eisenstadt bei einer Schaumparty gestorben.

Das Mädchen war zwischen dem aufblasbaren Pool und der Einstiegstreppe gestürzt und unter einem Schaumberg erstickt.
Kein Zusammenhang mit Alkoholisierung
Im Prozess am Donnerstag wurde durch ein medizinisches Gutachten auch eindeutig bestätigt, dass die ganz leichte Alkoholisierung des Mädchens nichts mit dieser Todesursache zu tun hatte.
Vier Angeklagte
Auf der Anklagebank saßen am Donnerstag vier Personen - die beiden Veranstalter des Sommerfestes in Oggau, der Verleiher des aufblasbaren Pools und einer seiner Mitarbeiter, der für den Schaum in diesem Pool zuständig war.
Drei Schuldsprüche
Schuldig gesprochen wurden dieser Mitarbeiter, der Poolverleiher sowie einer der Veranstalter - und zwar jener, der für die Organsiation des Festes hauptsächlich zuständig war.
Sicherheitsmängel festgestellt
Bei der Party habe es Sicherheitsmängel gegeben, stellte die Richterin im Urteil fest: Rund um das Becken sei es zu rutschig, die Treppe instabil gewesen, und es habe zu wenig Sicherheitspersonal gegeben. Außerdem fehlte die Genehmigung der Bezirskhauptmannschaft für die Party.

Sicherheitsmängel wurden auch dem Poolverleiher und seinem Mitarbeiter vorgeworfen - obwohl das Pool in Niederösterreich eine Genehmigung hat.
Nicht schuldig bekannt
Die drei Männer bekannten sich vor der Richterin nicht schuldig und sagten sinngemäß, sie hätten jeweils alles richtig und ordentlich gemacht.

Drei der vier Angeklagten wurden schuldig gesprochen - darunter auch der Sohn des Oggauer Bürgermeisters. Er habe das Anmeldeverfahren für die Party auf die leichte Schulter genommen, so die Richterin.
Urteile nicht rechtskräftig
Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Die Angeklagten haben berufen beziehunsgweise Bedenkzeit angemeldet.
Ganz Österreich
Burgenland News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News