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MI | 11.04.2012
Ferialjob (Bild: ORF)
SOZIALES
Nach dem Ferialjob Abrechnung kontrollieren
In den Sommermonaten wollten tausende Jugendliche Geld verdienen. Und die Zahl der Klagen darüber, dass die Jugendlichen falsch oder gar nicht entlohnt wurden, häufen sich, heißt es von der Arbeiterkammer.
Schlechte Bedingungen
"Aus unserer Beratungstätigkeit im Sommer wissen wir: Die meisten Jugendlichen nehmen schlechte Bedingungen und Schikanen während der Beschäftigung zähneknirschend hin, wenn dann wenigstens die Bezahlung in Ordnung ist", zieht Simon Schumich von der Arbeiterkammer Burgenland Bilanz.

"Nach Ende des Praktikums oder des Ferialjobs stellt sich aber in vielen Fällen heraus, dass sie mit einem Butterbrot abgespeist werden sollen. Deshalb wenden sich viele erst jetzt mit ihren Problemen an die Arbeiterkammer", so Schumich.
Entscheidend: Welches Arbeitsverhältnis
Entscheidend für die Entlohnung ist, welches Arbeitsverhältnis vorgelegen hat. Vielen Arbeitgebern, aber auch den Jugendlichen selbst, sind die Unterschiede nicht klar.

"Oft werden Jugendliche als Volontäre mit einer Art Taschengeld entlohnt. Im Betrieb mussten sie aber genauso wie andere Arbeitnehmer zu fixen Arbeitszeiten bestimmte Tätigkeiten verrichten. Oft werden sie 'schwarz' beschäftigt", so Schumich.
Genaue Aufzeichnungen erforderlich
Viele Probleme ergeben sich aber auch bei der Abrechnung der Überstunden oder aliquoten Berechnung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes. Hilfreich bei der Einforderung von Entlohnung sind in allen Fällen genaue Arbeitsaufzeichnungen der Jugendlichen.
Tipps der Arbeiterkammer
Unterlagen für die Arbeitnehmerveranlagung 2011 sollten gesammelt werden. Über die Negativsteuer können sich die Jugendlichen auch dann Geld zurückholen, wenn sie keine Lohnsteuer bezahlt haben.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Praktikum, Ferialjob und Volontariat:
• Praktikum: Muss im Lehrplan vorgeschrieben sein und die Absolvierung muss auch der Schule gemeldet werden. Die Entlohnung ist im Kollektivvertrag festgelegt oder muss vereinbart werden.
• Ferialjob: Hier gelten die gleichen Bestimmungen wie für "normale" ArbeitnehmerInnen. Arbeitsumfang und Entlohnung müssen dem Kollektivvertrag entsprechen.
• Volontariat: Dient dem Kennenlernen eines Betriebes. Der Volontär arbeitet ohne Lohn, dafür ist er zu keinen Arbeitsleistungen verpflichtet. Wer zu fixen Arbeitszeiten und bestimmten Leistungen verpflichtet worden ist, kann kein Volontär sein. Es liegt ein Arbeitsverhältnis vor, das nach dem Kollektivvertrag entlohnt werden muss.
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