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MI | 11.04.2012
Treibender Weinstock (Bild: ORF)
LANDWIRTSCHAFT
Nach Zerstörung: Urrebe treibt wieder
Im Februar war die Verzweiflung bei den Winzern in St. Georgen groß: Ein 500 Jahre alter Weinstock, der als Urmutter des Grünen Veltliners gilt, war zerstört worden. Nun die gute Nachricht: Der Weinstock hat neue Triebe.
Zittern vorbei
Der 500 Jahre alte Weinstock in St. Georgen lebt. Seit Februar haben die Winzer, die den Weinstock jahrelang gehegt und gepflegt haben, gezittert, ob die alte Pflanze den Vandalenakt überstehen würde.
"Es kommen doch wieder einige Augen"
Auch für Michael Leberl, der die biologische Sensation im Jahr 2000 auf einer Hutweide in St. Georgen entdeckt hat, waren die Monate des Wartens hart.

"Es war doch Winter, und die Natur schläft. Vor 14 Tagen war ich dort, und da habe ich gesehen, er lebt, es kommen doch wieder einige Augen", so Leberl.
"Anscheinend war die Pflege so gut"
Die Freude ist groß, denn bis vor wenigen Wochen war ungewiss, ob der alte Stock noch genug Kraft aufbringt, um wieder auszutreiben.

"Es war sehr spannend, ob es der Stock schafft oder nicht. Anscheinend war die Pflege der vergangenen sechs Jahre so gut, dass der Stock doch so stark ist", erklärte Hans Moser vom Verein zur Kultivierung der St. Georgener Rebe.
Beim Weinstock (Bild: ORF) Großes Ziel sind Trauben
Besonders ein Trieb, der direkt aus den Wurzeln des alten Weinstocks wächst, macht den Winzern Hoffnung. Denn das große Ziel ist es, dass der Weinstock auch Trauben trägt.

In zwei bis drei Jahren könnte es so weit sein, hofft Moser.
Zaun soll Weinstock schützen
Damit der Weinstock, der als Urmutter des Grünen Veltliners gilt, nicht mehr durch Vandalen oder Unwissende zerstört wird, soll er eingezäunt werden.
Unikat
Bei Untersuchungen durch die Bundesversuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg wurde eine Verwandtschaft zum Grünen Veltliner entdeckt. Bei Vergleichen mit Tausenden Reben stellte sich auch heraus, dass es sich bei dem gefundenen Exemplar um ein Unikat handelte.
"Noch keinen Täter ausgeforscht"
Nach der Zerstörung des Weinstockes ermittelte die Polizei. "Wir haben noch keinen Täter ausgeforscht", hieß es von der Bundespolizeidirektion. Dass der Vandale gefunden wird, glaubt Moser nicht, es sei denn, der Täter stelle sich selbst.
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