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MI | 11.04.2012
Schienen (Bild: ORF)
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Aus für Bahnstrecke Oberwart-Friedberg
Gerüchte kursierten schon seit geraumer Zeit - seit Donnerstag ist es fix: Die Bahnstrecke Oberwart-Friedberg wird mit 1. August eingestellt. Die Pendler müssen dann auf den Bus umsteigen.
ÖBB begründen mit Zahlen
Die ÖBB begründen ihre Entscheidung für die Einstellung der Strecke mit nackten Zahlen: Frequenz-Zählungen an Werktagen hätten ergeben, dass maximal 15 Kunden pro Zug das ÖBB-Angebot zwischen Oberwart und Friedberg nutzen, sagte ÖBB-Sprecher Mario Brunnmayer.
Umsteigen auf Bus
Noch bis 31. Juli pendeln Zug und Bus parallel zwischen Oberwart und Friedberg. Ab 1. August steht den Pendlern dann nur mehr die Bus-Verbindung zur Verfügung.

Nachteile sieht Brunnmayer darin nicht: "Im Gegenteil. Ich denke, dass der Fahrgast, der Pendler ein gutes Busangebot zur Verfügung bekommt, das auch sehr gut nutzbar sein wird."
Jährlicher Abgang von 500.000 Euro
SPÖ-Verkehrssprecher Günter Kovacs zeigte Verständnis für die Schließung der Strecke, weil im Gegensatz dazu das Busangebot attraktiviert werde. Den jährlichen Abgang von 500.000 Euro könne das Land nicht schlucken, so Kovacs. Wichtig sei, dass der Güterverkehr auf der Strecke erhalten bleibe.
Die Fahrzeit soll sich von 109 Minuten auf 90 reduzieren.
Täglich 20 Busse
Das Land Burgenland soll laut den ÖBB nun für die Strecke ein Bus-Nachfolgekonzept einrichten. Buslinien sollen "eine höherwertige Alternative" bieten, erklärte Günter Kovacs

Statt zweier direkter Bahnverbindungen Richtung Wien an Werktagen und fünf retour sollen werktags täglich 20 Busse Firma Dr. Richard/Südburg nach Wien und zurück unterwegs sein.

Die Fahrzeit soll sich von 109 Minuten auf 90 reduzieren. Am Sonntag werde zu den bestehenden elf Kurspaaren ein weiterer Buskurs eingefügt.
Auch Investitionen
Es gibt aber nicht nur Einsparungen. Es werde im Burgenland auch investiert, und davon sollten viele Pendler profitieren, betonte ÖBB-Sprecher Mario Brunnmayer.

Unter anderem wird an der Elektrifizierung der Strecke Wiener Neustadt-Loipersbach-Schattendorf gearbeitet. Weiters geplant sind eine Haltestelle für einen Zubringer beim Designer-Outlet Parndorf und die Attraktivierung des Bahnhofes Deutschkreutz.
Reaktionen
Eine Schließung des Personenverkehrs auf der Strecke Oberwart-Friedberg hätte fatale Folgen für die Region Oberwart-Hartberg und für das südliche Niederösterreich, sagte Erich Mauersics, Landesvorsitzender der Gewerkschaft vida. Er forderte ein rasches Umdenken bei den Verantwortlichen im Bund und den Ländern.

Die Einstellung der Bahnstrecke wäre ein Armutszeugnis für die burgenländische Verkehrspolitik, sagte der burgenländische ÖVP-Nationalratsabgeordnete Franz Glaser. Zwischen Deutschkreutz und Jennersdorf keinen gäbe es keinen einzigen Bahnkilometer mehr für den Personenverkehr, so Glaser.

Die Einstellung der Bahnstrecke Oberwart-Friedberg sei eine verkehrspolitische Bankrotterklärung der Regierungsparteien von SPÖ und ÖVP, sagt BZÖ-Landessprecher Diter Herist. Das Infrastrukturangebot im Burgenland müsse verbessert und keinesfalls reduziert werden, so Herist.
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