Burgenland ORF.at
MI | 11.04.2012
Ortstafel von Unterrabnitz. (Bild: ORF)
UNTERRABNITZ
Unterrabnitz: Franz Haspel ist Bürgermeister
Unterrabnitz-Schwendgraben (Bez. Oberpullendorf) hat am Sonntag einen neuen Bürgermeister gewählt. Der 50-jährige Franz Haspel (ÖVP) hat das Rennen gemacht. Er bekam 59,9 Prozent der Stimmen.
Franz Haspel: 59,9 Prozent
Franz Haspel (ÖVP) ist der neue Bürgermeister von Unterrabnitz-Schwendgraben (Bezirk Oberpullendorf). Die Neuwahl am Sonntag war notwendig, weil der ehemalige Ortschef, Wilhelm Heißenberger (ÖVP), im vergangenen Oktober nach dem Auffliegen einer Affäre um manipulierte Wahlkarten von seinem Amt zurückgetreten war.
Haspel erreichte 59,9 Prozent der Stimmen, Gegenkandidat Johann Steinriegler (SPÖ) kam auf 40,1 Prozent.
Wilhelm Heissenberger (Bild: ORF) Heißenberger: Rücktritt Ende Oktober
Heißenberger hatte Anfang Oktober bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft Wahlbetrug gestanden. Der ehemalige Ortschef gab an, dass im Zuge der Landtagswahl vom 30. Mai 2010 bei 13 Wahlkarten entweder der Antrag auf Ausstellung oder auch die Wahlkarte selbst teilweise mit Unterschriftsfälschung manipuliert wurde.

Er trat mit 31. Oktober von seinem Amt zurück, danach übernahm Vizebürgermeister Steinriegler die Amtsgeschäfte.
Franz Haspel (Bild: ORF). Haspel "erleichtert"
Haspel zeigte sich in einer ersten Reaktion über das Ergebnis mehr als erfreut. Er sei "erleichtert", so der neue Bürgermeister. Mit seinem Sieg habe er "nicht gerechnet, aber darauf gehofft".
Johann Steinriegler (Bild: ORF). Steinriegler: Mit besserem Ergebnis gerechnet
Weniger Grund zum Feiern hatte der Gegenkandidat und Vizebürgermeister Johann Steinriegler. Er nehme das Ergebnis so zur Kenntnis, teilte aber mit, mit einem "besseren Ergebnis gerechnet" zu haben.

Steinriegler habe nicht geglaubt, "dass ich so weit von der Mehrheit entfernt bin". Den Wahlsieg des ÖVP-Kandidaten trotz der Wahlbetrugsaffäre im Herbst führe er auf die ÖVP-traditionelle Gemeinde zurück. Heißenbergers Wahlbetrugsgeständnis habe "offensichtlich nicht geschadet", so Steinriegler.
Wahlbeteiligung 91 Prozent
Für Steinriegler gab es bereits am Vormittag die erste Enttäuschung: Im Ortsteil Schwendgraben fielen von 125 gültigen Stimmen 56 auf ihn, 69 Personen wählten Haspel. Im Ortsteil Unterrabnitz stimmten 176 von 454 Personen für Steinriegler, 278 für Haspel.

Insgesamt wählten somit 347 Personen Haspel und 232 Personen Steinriegler. Die Wahlbeteiligung lag bei 91 Prozent. 13 Personen wählten ungültig. 650 Menschen waren am Sonntag wahlberechtigt.
Wahlkarten erlaubt
Auch die Wahlkartenwahl war bei dieser Bürgermeisterwahl möglich - erstmals in einer Gemeinde. Die Karten mussten aber - anders als bei der Landtagswahl - zwei Tage vor dem Wahlsonntag in der Gemeinde eingetroffen sein.
Gemeinderat bleibt bestehen
Gewählt wurde ausschließlich ein neuer Bürgermeister, der Gemeinderat bleibt bestehen. Von den 13 Mandaten entfallen acht auf die ÖVP und fünf auf die SPÖ.
Wahl 2007
Bei der Bürgermeisterwahl im Jahr 2007 kam die ÖVP mit Wilhelm Heißenberger auf 368 Stimmen ( rund 63 Prozent). Gegenkandidat Johann Steinriegler erreichte damals 214 Stimmen (rund 37 Prozent).
Reaktionen.
Berlakovich: Großartiger Erfolg
Als einen großartigen Erfolg für Franz Haspel und die ÖVP bezeichnet Bezirksparteiobmann Nikolaus Berlakovich (ÖVP) das Ergebnis des Urnenganges in Unterrabnitz-Schwendgraben.

Mit Franz Haspel habe Unterrabnitz-Schwendgraben einen heimatverbundenen Repräsentanten, der aber auch Neuerungen aufgeschlossen sei, so Berlakovich.
Steindl über Ergebnis erfreut
Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl (ÖVP) zeigt sich über den Sieg von Franz Haspel erfreut. Franz Haspel sei ein Kommunalpolitiker, der mit viel Engagement und Idealismus für seine Gemeinde arbeite, so Steindl.

"Ich bin sicher, dass er den Vertrauensvorschuss rechtfertigen und als Bürgermeister das Beste für Unterrabnitz-Schwendgraben geben wird", so Steindl.
Rezar: Respektables Ergebnis
Von einem "respektablen Ergebnis" für den SPÖ-Kandidaten Johann Steinriegler sprach SPÖ-Bezirksvorsitzender Peter Rezar nach der Bürgermeisterwahl in Unterrabnitz-Schwendgraben.

Steinriegler habe in der Gemeinde nach der aufgeflogenen Wahlfälschung des früheren ÖVP-Bürgermeisters Heißenberger Verantwortung übernommen und diese wieder in ruhiges Fahrwasser gelenkt, so Rezar.
Ganz Österreich
Burgenland News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News