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MI | 11.04.2012
Bank-Burgenland-Schild: (Bild: ORF)
WIRTSCHAFT
Aufreger Bank Burgenland
Die Bank Burgenland ist 1991 durch die Fusion von Hypo und Eisenstädter Bank entstanden. Im Jahr 2000 stand die Bank nach dem Auffliegen des Kreditdebakels am Rande des Konkurses.
Start mit Landeshypothekenbank
Am Anfang stand die Landeshypothekenbank Burgenland, gegründet 1966. Sie war ein wichtiger Wirtschaftsmotor im Eigentum des Landes.

Kontrollorgane waren in den 70er Jahren unter anderen Karl Stix und Ottilie Matysek, die spätere SPÖ-Klubobfrau.

1991 wurde die Hypo mit der Eisenstädter Bank verschmolzen, es entstand die Bank Burgenland. Generaldirektor wurde Ernst Gassner.
Hohe Kredite vergeben
Gassner machte schon damals Geschäfte mit einer schillernden Unternehmerpersönlichkeit: Gualterio Alejandro Hom-Rusch, der eigentlich Walter Alexander Thom heißt.

Gassner vergab jahrelang hohe Kredite an die Hom-Rusch-Firmen Allhauer Holzwerk und HOWE.
Die Bombe platzt
Am 5. Juni 2000 platzte die Bombe. Hom-Rusch stand vor der Pleite und setzte sich ab. Der Bank Burgenland blieben faule Kredite in Höhe von rund 171 Millionen Euro, damals 2,4 Milliarden Schilling.
Landesgarantie bewahrte vor Konkurs
Die Bank wurde nur durch eine Landesgarantie vor dem Konkurs bewahrt. Gassner wurde angeklagt, zu neun Jahren Haft verurteilt und im Vorjahr nach knapp viereinhalb Jahren vorzeitig entlassen.

Thom alias Hom-Rusch wurde in Deutschland zu fünf Jahren Haft verurteilt. Er ist heute längst auf freiem Fuß.
Politische Folgen
Das Kreditdebakel hatte auch politische Folgen. Ein Untersuchungsausschuss mündete in Neuwahlen, die überraschend klar die SPÖ unter Hans Niessl gewann.

Weitere Kreditleichen
In der Bank Burgenland tauchten ab Sommer 2000 noch weitere Kreditleichen auf, die nichts mit Hom-Rusch zu tun hatten.
Kapital von der Bank Austria
Dieser Problembereich wurde durch Kapital von der Bank Austria abgedeckt, es muss seit Juni des Vorjahres vom Land in sieben Raten zurückbezahlt werden.
Faule Kredite von 375 Millionen Euro
Insgesamt, also inklusive Hom-Rusch, hat die Bank Burgenland faule Kredite in Höhe von rund 375 Millionen Euro in den Büchern. Sie selbst kann kaum einen nennenswerten Beitrag zur Schadensabdeckung leisten.
SPÖ beschloss Hilfspaket
Im Gegenteil: Nachdem die Verkaufsverhandlungen lange erfolglos blieben und ein Verkauf an die Kärtner Hypo Alpe Adria im letzten Moment scheiterte, beschloss die SPÖ erst im Dezember des Vorjahres im Alleingang ein weiteres Hilfspaket.
"Pars" sorgte für Aufregung
Heuer im Frühjahr sorgte noch die dubiose internationale Investorengruppe Pars für Aufregung. Auch sie zeigte Interesse an der Bank Burgenland, aber auch der Verkauf an diese Gruppe kam nicht zu Stande.
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