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MI | 11.04.2012
Alte Lore (Bild: ORF)
WIRTSCHAFT
Auf den Spuren des Bergbaus in Tauchen
Der Ort Tauchen hatte vor 50 Jahren ein bedeutendes Braunkohle-Bergwerk. Heute erinnern nur mehr einige Ruinen an diesen einst so wichtigen Wirtschaftszweig. Der ORF Burgenland hat sich auf Spurensuche begeben.
Zweitgrößter Industriebetrieb
Im Braunkohle-Bergwerk von Tauchen waren einst 500 Personen beschäftigt. Nach der Neufelder Hanf-Jute-Fabrik war das der zweitgrößte Industriebetrieb des Burgenlandes.
Tauchen einst (Bild: ORF)
Kumpel (Bild: ORF)
Die Geschichte des Bergbaus in Tauchen lässt sich bis 1866 zurückverfolgen. Bis vor 44 Jahren wurde dort Braunkohle im beachtlichem Ausmaß abgebaut.
Bergmann Siegfried Hutter erinnert sich
Einer der letzten noch lebenden Bergmänner ist der heute 69-jährige Siegfried Hutter. Er hat im Bergwerk als Grubenschlosser gearbeitet.
Siegfried Hütter (Bild: ORF)
"Der Hauptstollen war rund vier Kilometer lang, es gab auch sonst etliche Kilometer. Es war sehr verzweigt, und es gab viel Wasser, es musste viel gepumpt werden", so Hutter.
Drei-Schicht-Betrieb
Im Drei-Schicht-Betrieb wurden bis zu 600 Tonnen Braunkohle täglich unter Tag abgebaut.
Mit Hilfe einer Seilbahn wurde die Kohle zum Bahnhof Oberschützen befördert.

Die Verladerampe wurde vor einigen Jahren abgetragen.
Zug (Bild: ORF)
"Vom Bahnhof Oberschützen sind täglich mindestens zwei lange Güterzüge mit Kohle Richtung Oberwart gefahren. Bergab war es für die Loks leichter, aber auf dem Oberwarter Hügel sind manchmal schon die Züge steckengeblieben", so Herbert Glotz, Obmann "Schiene Südburgenland".
Bedeutendes Wirtschaftszentrum
Die Tauchener Braunkohle wurde zuerst großteils in Wien verkauft, später war das Fernheizwerk Pinkafeld der größte Abnehmer.

Um 1960 beschäftigte der Bergbau Tauchen noch an die 500 Mitarbeiter - der kleine Ort war damit ein bedeutendes Wirtschaftszentrum.
Kumpel (Bild: ORF)
"Es hat nicht nur ganz Tauchen davon gelebt sondern die ganze Region. Wir hatten zwei Gasthäuser, zwei Kaufhäuser. Ein Sägewerk hat gelebt davon, und auch die ganzen Bauern, die ihr Holz verkauft haben", so Hutter.
450 Bergarbeiter verloren ihren Job.
Ende im Jahr 1967
1967 kam das Aus für den Bergbau in Tauchen.
Wegen Unrentabilität wurde der Abbau der Braunkohle eingestellt. 450 Bergarbeiter verloren ihren Job.

"Die ganze Region hat es gespürt. Alle Bergleute sind abgezogen, die hier gelebt haben. Tauchen ist sehr leer geworden", so Hutter.
Heute 170 Einwohner
Heute zählt Tauchen 170 Einwohner, an den Braunkohleabbau im Dorf erinnert nur mehr das leerstehende Verwaltungsgebäude des einstigen Bergbaubetriebs.
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