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MI | 11.04.2012
See geht zurück. (Bild:ORF)
DONAUWASSER & CO
Kuriose Projekte für Neusiedler See
Derzeit werden Pläne geschmiedet wie man Donauwasser in den Neusiedler See leiten könnte, um den Wasserstand zu regulieren. Derart kuriose Seeprojekte gab es auch in der Vergangenheit.
Mehr Wasser durch Flusszuleitungen
1929 wurde erstmals die Idee geboren, Wasser aus der Donau in den Neusiedler See zu leiten.

Der Plan sah damals vor, das Donauwasser von Fischamend über Bruck an der Leitha und dann durch einen Stollen im Leithagebirge direkt zum See zu bringen.
Leithawasser und Kraftwerksbau
Alternativ zur Donauzuleitung war auch Wasser aus der Leitha im Gespräch. Das Wasser sollte über Katzelsdorf und Neudörfl in den See gepumpt werden.

Das Zuleitungsprojekt sollte dann durch ein Kraftwerk im Bereich Jois gekrönt werden.
Auffüllen oder Trockenlegen?
Nicht nur das Auffüllen des Sees war ein Thema, es gab auch Stimmen, die sich für die Trockenlegung des Neusiedler See eingesetzt haben.

Vor allem Grundbesitzer verfolgten die Idee, den See komplett trocken zu legen um den so gewonnenen Boden landwirtschaftlich nutzen zu können.
Ausgetrockneter Seeboden. (Bild: ORF)
Entwässerungskanäle gebaut
Um 1615 ließen Grundbesitzer mit mehr oder weniger Erfolg Entwässerungskanäle anlegen.

Und die Pläne zur Trockenlegung des Sees hielten sich bis in die  20iger und 30iger Jahre des vorigen Jahrhunderts hartnäckig.
See als Touristenmagnet
Der aufkeimende Fremdenverkehr in den Seegemeinden führte schließlich zu einem Umdenken. Der See entpuppte sich nach dem ersten Weltkrieg als beliebtes Ausflugsziel für Touristen.

Hängebahn mit Luftschraubenantrieb
Um die Menschen möglichst rasch an den Neusiedler See bringen zu können, wurde in den 30iger Jahren der Plan geboren, eine Hängebahn mit Luftschraubenantrieb von Wien über Eisenstadt zum See zu bauen.

Die Hängebahn scheiterte ebenso an der finanziellen Realisierung wie der Damm durch den See oder das Projekt Seebrücke, das Anfang der 70iger Jahre auf den Tisch kam.
Zeitungsausschnitt Archiv. (Bild: ORF)
Zweitlängste Brücke Europas
Die Seebrücke von Mörbisch nach Illmitz wäre damals die zweitlängste Brücke Europas geworden.

Allerdings protestierten namhafte Wissenschafter wie der Naturkundler Otto König, der Afrikaforscher Bernhard Grzimek und Nobelpreisträger Konrad Lorenz gegen den Bau der Brücke.
Sensibles Gleichgewicht des Sees
Der Europakoordinator bei "Grünes Band", Alois Lang, ist erleichtert, dass bisher keines der kuriosen Projekte umgesetzt worden ist.

Das sensible Gleichgewicht des Neusiedler Sees würde darunter massiv leiden, so Lang.
"Aussüßung des Wassers"
"In den Plänen wurde nie berücksichtigt wie sensibel dieser See ist. Jeder Eingriff in Richtung Wasserzuleitung in den See beschleunigt die Aussüßung des Wassers.

Es wird auch bei den aktuellen Plänen zu wenig Rücksicht auf den Charakter des Neusiederl Sees genommen", kritisierte Lang.
Nationalpark Neusiedler See. (Bild: ORF)
Nationalpark Neusiedler See
Ein Projekt wurde nach jahrelangen Debatten doch umgesetzt:

1993 wurde der Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel realisiert. Große See- und Uferflächen wurden sowohl in Österreich als auch in Ungarn per Gesetz unter Naturschutz gestellt.

150 Quadratkilometer Wasserfläche
Derzeit verfügt der Neusiedler See über eine Wasserfläche von etwa 150 Quadratkilometern und ist zwischen einem und eineinhalb Meter  tief.
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