Burgenland ORF.at
MI | 11.04.2012
Devecser (Bild: ORF).
DEVECSER
Giftschlamm-Opfer brauchen noch länger Hilfe
Vor etwas mehr als einem Monat überflutete giftiger Schlamm aus einer Aluminiumfabrik die ungarischen Ortschaften Devecser und Kolontar. Die Reinigungsarbeiten gehen zwar zügig voran, doch die Bevölkerung wird länger Hilfe brauchen.
Im Unglücksgebiet darf weder gefilmt, noch fotografiert werden.
Sperrzone
Nach wie vor sind die Ortschaften Devecser und Kolontar abgeriegelt. Nur Anrainer, Aufräummannschaften und Versorgungstrupps dürfen in die Sperrzone.

Polizisten kontrollieren die Ausweise an den Einfahrtsstraßen. Seit kurzem darf im Unglücksgebiet weder fotografiert, noch gefilmt werden.
Autos in Devecser werden gesäubert (Bild: ORF).
Insgesamt wurden 150 Menschen bei dem Unglück verletzt.
10 Todesopfer
Ein 71-jähriger Mann erlag am vergangenen Freitag den schweren Verätzungen, die er durch die giftige Schlammwelle erlitten hatte.

Er ist somit das 10. Todesopfer. Bei der Katastrophe wurden mehr als 150 Menschen verletzt und 350 Häuser zerstört.
Staatliche Zwangsverwaltung
Der Damm der Aluminiumfabrik war am 4. Oktober gebrochen. Das Unternehmen steht nun unter staatlicher Zwangsverwaltung.

Anwälte der Firma sowie der Opfer verhandeln nun über Schadensersatzforderungen. Indes gehen die Aufräumarbeiten voran.
Haus in Devecser nach der Giftschlammkatastrophe (Bild: ORF).
Die Reinigungsmannschaften haben in den vergangenen Wochen Unglaubliches geleistet.
Überall Verwüstung
Trotzdem ist es dem ORF Burgenland gelungen, einige aktuelle Bilder zu drehen. Und da zeigt sich, dass kaum jemand auf den Straßen ist.

Obwohl die Räum- und Reinigungsmannschaften in den vergangenen Wochen Unglaubliches geleistet haben, sind die Verwüstungen an allen Ecken und Enden sichtbar.
Devecser (Bild: ORF).
Reporter unerwünscht, Rotes Kreuz erwünscht
Während Reporter unerwünscht sind, heißt man die Vertreter des burgenländischen Roten Kreuzes willkommen. Sie bringen Schutzmasken und Gummistiefeln - der dritte Hilfstransport in vier Wochen.
Rotes Kreuz (Bild: ORF).
"Seit wir das erste Mal hier waren, sieht es schon sehr viel besser aus. Die Reinigungsarbeiten sind schon weit fortgeschritten.

Aber jetzt ist auch das Ausmaß besser sichtbar, weil Büsche und Bewuchst entfernt wurden. Man sieht weiter in die Landschaft hinein und jetzt sieht man, wie stark die Schäden wirklich sind", sagt Stefan Wagner vom Roten Kreuz Burgenland.
Aufräumarbeiten dauern noch länger
Die Aufräumarbeiten werden noch Monate in Anspruch nehmen und auch die betroffene Bevölkerung wird noch lange auf Hilfe angewiesen sein.
Stefan Wagner (Bild: ORF). Was noch gebraucht wird
"Vorwiegend sind es Lebensmittel, Elektrogeräte, Hygieneartikel. Kleider sind nicht mehr notwendig.

All jene Dinge, die wir von Ungarn genannt bekommen, versuchen wir aufzutreiben und zu liefern. Wir sind jetzt zum dritten Mal hier. Und es wird noch ein viertes Mal geben, vielleicht auch ein fünftes Mal", so Wagner.
Fluss Marcal (Bild: ORF).
Der Giftschlamm aus der Aluminiumfabrik hat eine Fläche von etwa 40 Quadratkilometern verseucht.

Selbst 20 Kilometer vom Unglücksort entfernt ist der kleine Fluß Marcal vier Wochen nach der Katastrophe ein rotbraunes und stinkendes Rinnsal.
Schaden noch nicht abschätzbar
Wie groß die Umweltschäden sind kann man selbst vier Wochen nach dem Unglück nicht abschätzen. Es gilt noch tausende Tonnen kontaminiertes Erdreich abzutragen.
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