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MI | 11.04.2012
Strohhaus (Bild: ORF)
UMWELT
Haus aus Stroh in Sankt Kathrein
Ein Ökohaus der anderen Art entsteht derzeit in Sankt Kathrein im Südburgenland. Der wichtigste Baustoff ist Stroh. Der Bauherr verspricht sich von dem Strohhaus ein natürlichen Raumklima: Im Sommer kühl, im Winter warm.
Außenmauern sind 120 Zentimeter dick
Am Ortsrand von Sankt Kathrein ist das Strohhaus in den vergangenen Wochen entstanden. es ist bereits eine kleine Attraktion in der Umgebung.

Die 120 Zentimeter dicken Außenmauern bestehen komplett aus Strohballen.
Strohhaus (Bild: ORF)
Strohhaus (Bild: ORF)
Insgesamt wurden 220 Strohballen mit einem Gesamtgewicht von 72 Tonnen verarbeitet. Das Baumaterial kommt aus dem Weinviertel. Sieben Lkw-Züge waren für den Transport nötig, da Baustroh weder im Burgenland noch in der Steiermark aufzutreiben war.
Arbeit am Strohhaus (Bild: ORF)
Michael Gromer (Bild: ORF)
"Ich möchte meinen Kindern keinen Schutthaufen hinterlassen sondern einen Komposthaufen",
"Entscheidend ist die weiße Energie"
Bauherr ist der gebürtige Niederösterreicher Michael Gromer, der seit 20 Jahren im Südburgenland lebt.

"Für uns war wichtig, natürliche Baustoffe zu verwenden. Entscheidend ist die weiße Energie. Wir schließen mit einer positiven Energiebilanz ab. Ich möchte meinen Kindern, wenn sie das Haus einmal nicht mehr wollen, keinen Schutthaufen hinterlassen sondern einen Komposthaufen", sagte Gromer.
Strohhaus (Bild: ORF)
Die Gesamtwohnnutzfläche beträgt rund 170 Quadratmeter. Die Mittelmauern wurden aus Holz gezimmert. Das Gebäude wird innen und außen mit Lehm verputzt, womit es auch den Brandschutzbestimmungen entspricht.
Rund 150 Euro Heizkosten pro Jahr
Die Elektroleitungen werden aus Brandschutzgründen im Putz verlegt, die Wasserleitungen liegen in einem Rohr-im-Rohr-System.

Beheizt wird das Haus mit einer Luftwasserwärmepumpe über Fußbodenheizung und über eine kontrollierte Wohnraumbelüftung. Gromer rechnet mit jährlichen Heizkosten von maximal 150 Euro.
Man komme auf fast 1.800 Euro pro Quadratmeter, so Gromer.
Bei Kosten kaum Unterschied
Bei den Gesamtbaukosten bestehe kaum ein Unterschied zwischen einem Ziegelmassivhaus und dem Strohhaus, sagte Gromer. Man komme auf fast 1.800 Euro pro Quadratmeter, da man mehr Arbeitszeit berechnen müsse.
Nach amerikanischem Vorbild
Hierzulande sind Strohhäuser noch eine Seltenheit - in Amerika stehen manche schon seit 120 Jahren. Das erste Strohhaus von Sankt Kathrein wird nächstes Jahr bezugsfertig sein.
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