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MI | 11.04.2012
Theodor Kery (Bild: ORF)
CHRONIK
Altlandeshauptmann Theodor Kery gestorben
Altlandeshauptmann Theodor Kery ist tot. Er ist Sonntagfrüh im 92. Lebensjahr gestorben. Kery war 21 Jahre lang, von 1966 bis 1987, burgenländischer Landeshauptmann und drückte dem Land in dieser Zeit seinen Stempel auf.
Rückzug aus dem öffentlichen Leben
Aus dem öffentlichen Leben war Kery - ehemaliger Landeshauptmann und Galionsfigur
der SPÖ - bereits seit Jahrzehnten völlig verschwunden. Er lebte bis zu seinem Tod zurückgezogen in Kobersdorf.

1987 hatte die SPÖ bei der Landtagswahl nach Jahrzehnten der Wahlerfolge im Burgenland die absolute Mehrheit verloren, Kery war damals nach 21 Jahren als Landeshauptmann gegangen und hatte dabei angekündigt: "Ich bin einer, der weder Memoiren schreibt noch nachher in die Politik reinspuckt."
Theodor Kery tritt zurück (Bild: ORF)
Vierzig Jahre Vollblutpolitiker
Insgesamt vierzig Jahre lang hatte sich Kery, der von Beruf Lehrer war, politisch engagiert. Er war Landtagsabgeordneter und Regierungsmitglied. 1966 löste er Hans Bögl als Landeshauptmann ab.
Franz Soronics und Theodor Kery. (Bild: ORF)
Ära der Modernisierung
Als Landeshauptmann prägte Kery die Geschichte des Burgenlandes: Das als rückständig geltende Burgenland wurde umgekrempelt. In seiner Ära wurde modernisiert und investiert - in Straßenbau, Arbeitsplätze und im Bildungsbereich.
Josef Cap (Bild: ORF)
Politische Schattenseiten
Die politischen Schattenseiten: Kery war auch autoritär - und Anfang der 80er Jahre wurde Kritik an diesem Führungsstil öffentlich: Vom damaligen SJ-Chef Josef Cap waren bei einem Bundesparteitag legendäre drei Fragen gestellt worden - es ging um Kerys Faible für Waffen, um Privilegien und um sein Einkommen.

Danach kam ein Streit mit der damaligen SPÖ-Klubchefin Ottilie Matysek. Die Außenwirkung: der SPÖ-Wahlverlust. Nach dieser Niederlage war Kery dann sofort zurückgetreten: "Ich gehe eher segnend denn grollend, würde ich sagen."
Theodor Kery und Fred Sinowatz (Bild: ORF)
Verbittert über Verurteilung
Einmal noch musste Kery unfreiwillig ins Rampenlicht: Im Sinowatz-Worm-Prozess rund um Kurt Waldheims Vergangenheit wurde Kery wegen falscher Beweisaussage zu einer Geldstrafe verurteilt und war daraufhin verbittert: "Ich weiß, dass ich unschuldig verurteilt wurde", so Kery damals.

Danach hatte Theodor Kery keine Interviews mehr gegeben - konsequent bis zu seinem Tod.
Noch kein Termin für Begräbnis
Ein Termin für das Begräbnis von Theodor Kery steht noch nicht fest. Die Frage offizieller Trauerfeierlichkeiten von Landesseite soll am Montag mit der Familie geklärt werden.
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