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MI | 11.04.2012
Michel Reimon (Bild: ORF)
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Grün-Spitzenkandidat Reimon im Gespräch
In den kommenden Tagen stellen sich die Spitzenkandidaten der vier im Landtag vertretenen Parteien in "Burgenland heute" dem Gespräch vor der Landtagswahl. Den Anfang machte Grün-Spitzenkandidat Michel Reimon.
Reimon: Von ÖVP und SPÖ Stimmen holen
Im Gespräch mit ORF Burgenland-Chefredakteur Walter Schneeberger formulierte Michel Reimon die Anliegen und Ziele der Grünen für den Landtagswahlkampf und die Wahl.

Drei Mandate wollen die Grünen erreichen und damit dazugewinnen.

"Zu uns kommen Menschen aus dem christlich-sozialen Segment der ÖVP und aus dem linken Rand der SPÖ", sagte Reimon. Das sei eine interessante Mischung. "Was früher bei den einen Solidarität hieß und bei den anderen Nächstenliebe, das heißt bei uns Menschlichkeit".
Reimon: Bedenkliches Match
Die Grünen plakatieren "Menschlicheit zählt - nur mit uns". Gefragt, ob aus Sicht der Grünen die anderen Kandidaten beziehungsweise Parteien unmenschlich seien, sagte Reimon: "Ich glaube, dass sich ein Match am rechten Rand abspielt, das vor allem für die beiden Regierungsparteien nicht notwendig wäre. Das ist eine sehr bedenkliche Entwicklung."
Umwelt als Jobmotor
Am Donnerstag haben die Grünen ihr Wahlprogramm präsentiert. Neben Grünen Kernthemen wie Umweltschutz, Demokratie und Bildung ist da auch viel von Wirtschaft, Raumplaung und Infrastruktur die Rede.

Im Burgenland sind derzeit, obwohl es besser durch die Krise gekommen ist als viele andere Bundesländer, rund 6.500 Menschen ohne Job.

Umweltjobs und Ökologisierung der Wirtschaft nannte Reimon als Konzept für mehr Arbeitsplätze. Als Beispiel führte er den sogenannten "Sonnenscheck" der Grünen an.
"Sonnenscheck"
"Der Sonnenscheck soll aus dem Land der 100.000 Haushalte 100.000 Kleinkraftwerke machen. Wir wollen, dass jede Familie eine Solaranlage auf dem Dach bekommt. Die Installation wird von Kleinstbetrieben übernommen werden, das sind viele Jobs", so Reimon.
"Modernes, linksliberales Wählerspektrum"
Thema im Gespräch war auch Reimons ideologischer Standpunkt. Reimon, früher SPÖ-nahe, arbeitete lange für die "BF", stieg schließlich bei den Grünen ein. Er würde sich als sehr hartnäckig und kreativ beschreiben, sagte der Spitzenkandidat der Grünen.

"Wenn man Rechts und Links als Kriterium hernimmt, bin ich sicher nicht rechts. Ich stehe für ein sehr modernes, linksliberales Wählerspektrum", so Reimon.
Vision: Ökologisiertes Land
In elf Jahren, also 2021, wird das Burgenland 100 Jahre alt. Gefragt, was sich bis dahin im Burgenland ändern sollte, sagte Reimon: "Da sollten wir von dem Rechtskurs längst weggegangen sein und ein ökologisiertes Land sein."
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