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MI | 11.04.2012
Bischof Paul Iby. (Bild: ORF)
Religion
Missbrauchsfälle: Iby hat Rücktritt überlegt
Die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche erschüttern. Diözesanbischof Paul Iby gibt zu, dass er sich gefragt habe, ob er nicht zurücktreten solle. Doch er habe es nicht anderen überlassen wollen, alles austragen zu müssen.
"War bei manchen dieser Dinge beteiligt"
"In diesen Tagen kam mir schon der Gedanke: Sollte ich nicht wie andere Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, zurücktreten", sagt Iby im "Burgenland heute"-Interview am Samstag.

Dann sei aber für ihn ausschlaggebend gewesen, "dass ich sage, ich kann jetzt nicht weggehen, ich war beteiligt bei manchen dieser Dinge, das will ich jetzt auch austragen und es nicht den anderen überlassen", so Iby.
Burgenländischer Pfarrer betroffen
Iby bezieht sich mit diesen Aussagen auf den ehemaligen Pfarrer von Wolfau und Kitzladen, der bei seiner früheren Tätigkeit in der Steiermark Kinder und Jugendliche missbraucht haben soll und daraufhin lediglich ins Burgenland versetzt wurde.

Iby erklärte nach Bekanntwerden des Falles, er habe das Ausmaß der Missgriffe erst jetzt aus der Zeitung erfahren. Der Pfarrer hat daraufhin sein Amt zurückgelegt.
Schatten über Osterfest
Der Schatten, der über der katholischen Kirche liegt, wirke sich auch jetzt zu Ostern auf sein Leben aus, sagt Bischof Paul Iby: "Ich kann nicht mit frohem, wirklich, Herzen mich freuen auf dieses Fest, weil diese Dinge, diese Krise im Hintergrund ist und auch mit hereinwirkt." In den letzten Tagen habe er sich aber etwas beruhigt.
234 Kirchenaustritte im März
Allein im März sind im Burgenland heuer laut Bischof Paul Iby 234 Katholiken aus der Kirche ausgetreten, im Jahr davor seien es 157 Austritte im März gewesen. Er könne verstehen, dass manche Gläubige, bei denen sich vielleicht schon etwas angestaut habe, jetzt sagen: "Aber jetzt reicht's mir".
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