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MI | 11.04.2012
Gemeindeamt Kemeten. (Bild: ORF)
KEMETEN
Roma-Gedenktafel: "Nicht vor der Wahl"
Über eine Gedenktafel für vertriebene Roma wird in Kemeten seit Jahren diskutiert. Auch nach einem Gemeinderatsbeschluss 2006 ist sie bis heute nicht angebracht. Die Sache sei heikel, so der Ortschef, vor der Landtagswahl gehe nichts.
Sarközi enttäuscht von Bürgermeister
Rudolf Sarközi, Obmann des Kulturvereins österreichischer Roma, nimmt sich kein Blatt vor den Mund. Das, was in Kemeten passiert, sei eine Beleidigung der rund 200 Roma, die im Krieg aus Kemeten vertrieben und ermordet wurden.

Von SPÖ-Bürgermeister Johann Nussgraber sei er menschlich zutiefst enttäuscht, so Sarközy.
Vor vier Jahren erfolgte ein Gemeinderatsbeschluss.
Skulptur als Kompromiss
Zur Vorgeschichte: Nach jahrelangen Dislussionen präsentierten Nussgraber und Sarközi vor genau vier Jahren eine Kompromisslösung. Vor dem Gemeindeamt in Kemeten sollte eine Stahlskulptur aufgestellt werden.

Auf dieser Skulptur sind 15 Tafeln angebracht, die an markante Ereignisse in der Kemeter Geschichte erinnern. Eine dieser Tafeln ist den Roma gewidmet.

Fertig, aber nicht aufgestellt
Der Gemeinderat segnete diese Lösung ab, das Problem schien gelöst. Ein Fundament wurde betoniert, die Skulptur sollte im Herbst 2006 aufgestellt werden. Sie ist längst fertig, aber aufgestellt ist sie bis heute nicht. Sie lagert im Bauhof der Gemeinde.
Der Bürgermeister fürchtet einen politischen Wirbel.
"Sache ist zu heikel"
Auf die Frage, warum sie nicht aufgestellt wird, antwortet Bürgermeister Nussgraber am Telefon nur knapp, vor einer Landtagwahl könne man das Denkmal nicht aufstellen, das würde nur politischen Wirbel machen.

Die Sache sei zu heikel, das Denkmal in Kemeten immer noch heftig umstritten. Vor dem Mikrofon wollte er keine Stellungnahme abgeben.
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