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MI | 11.04.2012
Robert Heger (Bild: ORF)
NACHRUF
Radiopionier Robert Heger ist tot
Robert Heger, langjähriger Chefredakteur im ORF-Landesstudio Burgenland, ist tot. Heger galt als Radiopionier, er war auch als Autor und Publizist tätig. Er verstarb nach schwerem Leiden im 79. Lebensjahr.
Aufbau des Landesstudios vorangetrieben
Der gebürtige Wiener Neustädter unterrichtete nach seinem Lehramtsstudium für Deutsch und Leibesübungen am Gymnasium Eisenstadt und an der Pädagogischen Akademie Burgenland und begann bereits 1969 seine journalistische Tätigkeit als freier Mitarbeiter in beinahe allen Sparten des Landesstudios: als Sprecher, Regisseur, Kommentator und Schulfunkkonsulent.

Kurz nach seiner Anstellung übernahm Robert Heger die Funktion des Chefredakteurs. In seine Ära fällt der Aufbau des Landesstudios, den er als begeisterter Burgenländer für das Burgenland immer vorantrieb.
Robert Heger (Bild:ORF).
Heger war ein Wortjongleur
Als Leiter der Informationsabteilung war ihm die unabhängige, objektive Berichterstattung nicht nur Anliegen, sondern Auftrag, den er verstand, auch den jungen Kolleginnen und Kollegen zu vermitteln.

Sein scharfsinniger Geist war nicht nur in der aktuellen Berichterstattung, in den unzähligen Interviews stets spürbar, sondern auch in seinen Glossen, die den Wortjongleur stets zur Höchstform auflaufen ließen. Veröffentlicht in Buchform als "Hegerlatein" sind sie ein Stück politischer burgenländischer Literaturgeschichte.
Heger-Latein (Bild:ORF).
Berufsethos immer treu geblieben
Die bewegte und bewegende Geschichte des Burgenlandes dokumentierte Robert Heger in Kommentaren, die keinen Zweifel aufkommen ließen, dass er Ereignisse unbeeinflussbar und frei von politischer Annäherung reflektierte.

Dass die Tätigkeit in einem Medienunternehmen nicht nur Beachtung mit sich bringt, sondern auch Angriffsfläche bietet, hatte Robert Heger oft erfahren, was ihn aber nicht hinderte, der Sache und somit dem Berufsethos treu zu bleiben. Als Opfer hat er dies nie empfunden.
Robert Heger (Bild:ORF).
Soziales Engagement
Trotz seiner beruflichen Verpflichtungen blieb Zeit für soziales Engagement. Die Flucht der DDR-Bürger 1989 und im Anschluss die Rumänienhilfe, die er mitinitiiert und unermüdlich bis zum heutigen Tag organisiert hat, bezeugen seine menschliche Größe. Im von ihm betreuten rumänischen Ort Teaca tragen einige junge Bürger den Vornamen Robert.

Als er Ende 1992 in Pension ging, tat er dies mit einem Zitat Arthur Schnitzlers: "Ein Abschied schmerzt immer, auch wenn man sich schon lange drauf freut". Robert Heger hinterlässt eine Frau und drei erwachsene Töchter.
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