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MI | 11.04.2012
Kobersdorfer Synagoge (Bild: Kobersdorf)
KOBERSDORF
Streit um Synagoge Kobersdorf
Die Israelitische Kultusgemeinde Wien klagt den Eigentümer der Synagoge Kobersdorf: Der Verein würde sich nicht an die Auflagen halten, die beim Verkauf der Synagoge im Jahr 1994 vereinbart wurden, lautet der Vorwurf.
Kultusgemeinde will Gebäude zurückkaufen
Die Synagoge Kobersdorf wurde 1994 von der Israelitischen Kultusgemeinde verkauft. Und zwar an einen Verein zur Erhaltung und zur kulturellen Nutzung der Synagoge.

Im Vereinsvorstand sind Personen aus Wien. Der Generalsekretär der Kultusgemeinde Raimund Fastenbauer will nun den Verkauf rückgängig machen.

Begründung: Im Kaufvertrag seien die konsequente Renovierung und die Errichtung eines Museums vereinbart worden. Beides sei nicht erfolgt.
"Vertragsinhalt wird nicht eingehalten"
Laut Generalsekretär Raimund Fastenbauer sind die bisher getätigten Sanierungsmaßnahmen nicht ausreichend:

"Das sind punktuelle Maßnahmen, die offensichtlich gelegentlich erfolgen, wahrscheinlich auch aufgrund von baupolizeilichen Auflagen, aber die sicherlich dem Vertragsinhalt nicht nachkommen."
Die Restaurierung könne nur schrittweise erfolgen, heißt es seitens des Vereins.
"Alle Auflagen werden erfüllt"
Der Verein weist das in einer schriftlichen Stellungnahme zurück. Alle Auflagen würden eingehalten.

Vereinbart sei, das Gebäude nach Maßgabe der Möglichkeiten zu erhalten. Durch Baumaßnahmen an Dach und Statik sei dem Verfall des Denkmals Einhalt geboten worden.

Die Restaurierung könne nur schrittweise erfolgen, weil die Höhe der Subventionen und Spenden leider extrem gering sei.

Auch das Kulturangbot in der Synagoge wird unterschiedlich beurteilt. Lesungen von Schauspielern wie Otto Tausig und Bruno Ganz sind aus Sicht der Sicht der Kultusgemeinde zuwenig.
Bei keiner Einigung entscheiden die Gerichte
Laut Verein gibt es auch Gedenkveranstaltungen und Besuche von Schulklassen in der Synagoge.
Ein Museum habe man wegen fehlender Finanzierung noch nicht einrichten können.

Die Kultusgemeinde will jedenfalls den Verkauf rückabwickeln und das Gebäude nach ihren vorstellungen renovieren und nutzen.

Den Verkaufspreis, damals 400.000 Schilling, würde sie rückerstatten. Gibt es keine Einigung, entscheiden die Gerichte.
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