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MI | 11.04.2012
Plan für Erstaufnahmestelle. (Bild: ORF)
EBERAU
Aufgeheizte Stimmung bei Bürgerversammlung
Das geplante Erstaufnahmezentrum für Asylwerber in Eberau sorgt weiter für Aufregung. Bei der Bürgerversammlung herrschte aufgeheizte Stimmung. 150 Menschen waren gekommen, um ihre Meinung kundzutun.
Die Fertigstellung ist für 2012 geplant.
Bürgermeister stellte sich Fragen
Bereits im kommenden Jahr soll mit dem Bau der Erstaufnahmestelle Süd begonnen werden. Bei der Bürgerversammlung im Turnsaal der Hauptschule stellten sich Bürgermeister Walter Strobl (ÖVP) und Gernot Mayer vom Innenministerium den Fragen der Bevölkerung.
Erzürnte Bewohner
Während Strobl und Mayer vor allem die Chancen für die Gemeinde in den Mittelpunkt stellten, zeigten sich zahlreiche Einwohner vor allem über die Vorgangsweise erzürnt.

Bürgermeister steht zu Projekt
Zwischen dem Bürgermeister und dem Ministerium hatte bis zuletzt Stillschweigen über das geplante Projekt geherrscht. Errichtet wird es am Ortsrand von Kulm, einem Ortsteil von Eberau.

Bis Freitagabend dürften nur Bürgermeister Walter Strobl (ÖVP) und der Amtmann informiert gewesen sein. Der Bürgermeister steht jedenfalls nach wie vor hinter dem Projekt. Die Marktgemeinde Eberau suche seit Jahrzehnten ein wirtschaftliches Impulsprojekt, so Walter Strobl.
"Bereicherung für unteres Pinkatal"
"Leider haben wir hier in unserer Region keine Unterstützung vom Land bekommen. Wir müssen uns deshalb auf eigene Füße stellen. Und ich finde die Errichtung der Erstaufnahmestelle mit 130 Arbeitsplätzen hier im unteren Pinkatal für eine Bereicherung", so der Bürgermeister.
"Stillschweigen war angeordnet"
Auf die Frage, warum die Bevölkerung nicht rechtzeitig informiert worden sei, sagt der Bürgermeister: "Die Frau Minister hat Stillschweigen angeordnet und wir durften niemandem von diesem Projekt erzählen", so der Bürgermeister.
300 Einwohner, 300 Asylwerber
Wie bei der Versammlung zu hören war, sollen vor allem Tschetschenen und Afghanen in der Erstaufnahmestelle untergebracht werden. Ein Großteil der Anwesenden befürchtete, dass ein derartiges Projekt die Aufnahmefähigkeit der Ortschaft Eberau sprengen würde.

300 Einwohner seien während der Woche tatsächlich im Ort, denen dann rund 300 Asylwerber gegenüberstehen würden. Auch aus diesem Grund wurde immer wieder eine Abstimmung zu diesem Projekt gefordert.
Die Erstaufnahmestelle ist baubehördlich bereits genehmigt, der Baubeginn ist für Herbst 2010 vorgesehen.
Schaden für Region
Die Bevölkerung befürchtet weiter, dass auch der Tourismus in der Region rund um die südburgenländische Gemeinde zu Schaden kommen könnte.

Auch nach Traiskirchen würde sich kein Tourist mehr verirren, meinte etwa ein aufgebrachter Bewohner von Eberau.
Information für Bürger
Der Ortschef setzt jetzt auf umfassende Aufklärung - in allen Ortsteilen soll es Informationsveranstaltungen geben.

"Das Projekt wird vom Innenministerium umgesetzt. Ob es jetzt Bürgerinitiativen geben wird, weiß ich nicht. Wir werden auf alle Fälle versuchen, die Bürger vor Ort von Haus zu Haus zu informieren", sagt der Bürgermeister.

Rücktrittsaufforderung an Bürgermeister
Gegen den Bürgermeister wurde aber auch eine Rücktrittsaufforderung vorgebracht, die ein Großteil der Anwesenden mit frenetischem Applaus goutierte.
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