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MI | 11.04.2012
Hans Goger.
CHRONIK
Nanga Parbat: Goger im Team des Vermissten
Der burgenländische Extrembergsteiger Hans Goger ist im Expeditionsteam des am Nanga Parbat vermissten Oberösterreichers Wolfgang Kölblinger. Goger ist auf dem Weg zurück ins Basislager. Die Suche nach Kölblinger war erfolglos.
Wolfgang Kölblinger (Bild: Mathias Zehring/bergsteigen.at) Von Windböe erfasst
Nach dem ersten Telefongespräch am heutigen Tag mit Expeditionsleiter Gerfried Göschl gibt es so gut wie keine Hoffnung mehr für den seit Freitag am Nanga Parbat vermissten Wolfgang Kölblinger.

"Im Abstieg ging Wolfgang hinter den Koreanern. Als sie sich nach einer Windböe umdrehten, war er nicht mehr zu sehen. Den Spuren im Schnee zu folge, dürfte Wolfgang über eine steile Flanke in einer Höhe von etwa 8060 Metern abgestürzt sein. Louis Rousseau hat alle Spuren fotografiert", sagt Günther Unterberger aus dem Basislager zum eventuellen Unfallhergang.
Goger auf rund 5.500 Metern Höhe
Der Wolfauer Hans Goger befindet sich derzeit mit Herbert Schütter, Sepp Bachmair, Louis Rousseau und Gerfried Göschl immer noch zwischen Lager 2 und Lager 1, auf rund 5.500 Metern Höhe, im Abstieg.

Einige Mitglieder der Expedition gehen den erschöpften Gipfelsiegern entgegen.
Nanga Parbat (Bild:  APA/Pakistan Alpine Club)
Der Nanga Parbat ist der neunthöchste Berg der Welt - und einer der gefährlichsten. Kein anderer Berg fordert soviele Todesopfer wie der Nanga Parbat.
Heike Göschl: Gefahrenzone vorbei
Heike Göschl, Ehefrau von Gerfried Göschl, sagte im Interview mit dem ORF Burgenland, dass die übrigen Expeditionsteilnehmern "aus der Gefahrenzone heraußen sind". Sie habe mit ihrem Mann telefonischen Kontakt gehabt. Unterstützung aus dem Basislager sei unterwegs.
"Es hat ihn wahrscheinlich eine Windböe erfasst. Dann ist er gestürzt - in einen Bereich, wo er dann abgestürzt ist", so Heike Göschl.
Bestätigung per Telefon
Ihr Mann habe im Telefonat bestätigt, "dass der Wolfgang Kölblinger hinter Koreanern abgestiegen ist vom Gipfel. Er dürfte in seinen Rucksack etwas hineingetan oder etwas aus dem Rucksack herausgenommen hat. Es hat ihn wahrscheinlich eine Windböe erfasst. Dann ist er gestürzt - in einen Bereich, wo er dann abgestürzt ist", so Heike Göschl.
"Sie haben ihn überall gesucht"
Den Expeditionsteilnehmern, die nun auf dem Weg zurück ins Basislager sind, gehe es "so weit gut", so Göschl. "Aber sie sind natürlich fertig nach dem, was passiert ist. Sie sind Freitagnacht aufgebrochen und haben den Wolfgang Kölblinger überall gesucht. Sie haben nur Spuren gefunden. Mehr haben sie nicht machen können, in der körperlichen Verfassung, in der sie sind."
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