Burgenland ORF.at
MI | 11.04.2012
Hochwasser (Bild: ORF)
LANDWIRTSCHAFT
Hochwasser: Schäden in der Landwirtschaft
Das Hochwasser hat im Burgenland immense Schäden angerichtet, auch in der Landwirtschaft. Man gehe derzeit von einem Schaden im Ausmaß von zwei bis drei Millionen Euro aus, heißt es seitens des Landes.
250 bis 300 Liter Regen pro Quadratmeter
In den vergangenen Tagen hat es im Burgenland gebietsweise Niederschläge von 250 bis 300 Liter pro Quadratmeter gegeben, wobei es im Südburgenland jährlich 500 bis 600 Liter regnet, betonte Herbert Szinovatz, Leiter des Hauptreferates "Gewässeraufsicht und Gewässerentwicklung" am Mittwoch.
Am meisten Schäden bei Getreide und Rüben
Vom Hochwasser am meisten in Mitleidenschaft gezogen wurde laut Agrarlandesrat Werner Falb-Meixner (ÖVP) der Anbau von Getreide und Rüben. Was noch nicht abschätzbar sei, sind die Schäden an Gebäuden und Anlagen.

Rund zweieinhalb Millionen Euro betragen die Folgen an den flussbaulichen Anlagen. Diese würden aus den Rücklagen der Wasserbauabteilung finanziert. Entschädigungen über 500.000 Euro gibt es aus dem Katastrophenfonds. Noch einmal so viel würde zusätzlich vom Bund finanziert. Wenn diese Mittel ausgehen, stünden rund 877.000 Euro aus Rücklagen zur Verfügung. Dieser Betrag würde ebenfalls vom Bund verdoppelt, so Falb-Meixner.
Das größte Rückhaltebecken gibt es in Rauchwarth, mit einem Fassungsvermögen von 2,1 Millionen Kubikmeter Wasser.
Seit 1980: 190 Rückhaltebecken
Seit 1980 wurden 190 Rückhaltebecken errichtet, 28 würden sich derzeit im Planungsstadium beziehungsweise in der Bauphase befinden.

Das größte Becken sei in Rauchwart errichtet worden und könne bis zu 2,1 Millionen Kubikmeter Wasser zurückhalten, erklärte Falb-Meixner.
Investitionen von 95 Millionen Euro notwendig
Um einen 100-prozentigen Schutz gegen Hochwasser zu erreichen, wären nach Einschätzungen von Experten rund 95 Millionen Euro notwendig. Sehr wichtig sei jedoch die Eigenverantwortung der einzelnen Bürger.
Die Herausforderung sei, dass es Jahre geben wird, in denen es fast kein Wasser gibt und auch Jahre, in denen es massive Niederschläge geben wird.
Änderungen im Baugesetz?
Die Herausforderung für das Burgenland sei, damit klarzukommen, dass es Jahre geben wird, in denen es "fast kein Wasser" gibt und auch Jahre, in denen es massive Niederschläge geben wird.

Sinnvoll wäre es, wenn im Baugesetz verankert werde, dass in HQ 30- bis HQ 50-Gebieten (Auftrittswahrscheinlichkeit eines Hochwassers alle 30 bzw.50 Jahre) Bauverbot besteht, erklärte Szinowatz. Derzeit könne man in solchen Umgebungen mit Bewilligung und den entsprechenden Auflagen bauen.
"Wasserbauabteilung weiß was zu tun ist"
Die Wasserbauabteilung "wisse, was zu tun wäre", nun komme es auf die Hilfe und die Aufträge durch die Gemeinden an, erklärte der Agrarlandesrat.

Nach den letzten Ereignissen sollte "jeder erkennen, was Sache ist". Bei der Leitha sollen etwa bei Zurndorf und Gattendorf Dämme in Bereichen, "wo es besonders kritisch ist", überprüft werden, erklärte Helmut Rojacz, Leiter des Hauptreferates "Wassergemengewirtschaft".
Ganz Österreich
Burgenland News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News