Burgenland ORF.at
MI | 11.04.2012
Luftaufnahme Bezirk Güssing. (Bild:ORF).
CHRONIK
Hochwassergebiete: Lage wechselhaft
Nachdem sich in der Nacht auf Sonntag die Lage in den vom Hochwasser betroffenen Orten entspannt hat, setzte am Sonntagnachmittag erneut der Regen im Nord- und Südburgenland ein. Die Lage gilt aber noch nicht als kritisch.
Norden: Erneuter Regen am Nachmittag
Der Wasserstand der Leitha im Bezirk Neusiedl am See war zuletzt leicht gefallen. Der Leithadamm bei Gattendorf konnte von Feuerwehr und Bundesheer mit tausenden Sandsäcken abgedichtet werden.

Nachdem die Dammsicherung Sonntagmittag im wesentlichen abgeschlossen schien, hat der am späten Nachmittag erneut einsetzende Regen wieder für eine Aufweichung des Dammes gesorgt, sagte der Neusiedler Bezirkshauptmann Martin Huber. Bundesheer und Feuerwehr wurden alarmiert und sind mit der erneuten Dammsicherung beschäftigt.

Bereits am Samstag hat die Sprengung eines Dammstückes in Niederösterreich für ein Abfließen von Leithawasser in die Felder gesorgt, wodurch es zu einem Absinken des Leithapegels kam. Hier ein Video von der Dammsprengung:

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Leitha noch immer "reißender Fluss"
Die Leitha ist in ihrem Unterlauf noch immer ein reißender Fluss mit mehr als zehn mal so viel Wasser wie normal. Die Durchflussmenge ist seit Samstag leicht zurückgegangen - von 113 Kubikmeter pro Sekunde auf 105.

Die gezielte Sprengung des Dammes bei Bruckneudorf und die Überflutung von 400 Hektar Ackerland, um die Leitha zu entlasten, zeigte Wirkung.

Nun bleibt der Wasserstand zwar konstant, werden die Regenfälle allerdings wieder heftiger - und das ist nicht auszuschließen - dann könnte das Wasser in der Leitha auch wieder ansteigen.
100-jähriges Hochwasser leicht verfehlt
Die Leitha hat am Samstag die Wasserführung eines 100-jährigen Hochwassers nur knapp verfehlt, zuletzt war sie 1965 so hoch.

Die Häufung von Hochwasserkatastrophen dürfte auch mit dem Klimawandel zu tun haben - eine Erwärmung sei jedenfalls bereits zu beobachten, sagt Helmut Rojacz von der Bundeswasserbauverwaltung Burgenland.
Steg über die Leitha. (Bild:ORF).
Wechselhaft: Lage im Bezirk Güssing
Die Situation im Bezirk Güssing habe sich "ganz erfreulich" entwickelt, sagte Bezirkshauptmann Johann Grandits noch am Sonntagvormittag. In vielen Gemeinden konnten sogar schon die Aufräumarbeiten abgeschlossen werden.

"Ein wenig Sorgen bereit uns schon noch das Wetter. Wenn es zu einem heftigen, langen Regen kommt, könnte es sein, dass die Situation wieder bedrohlich wird. Wenn es nur leicht regnet, haben wir kein Problem. Wir haben großen Wert darauf gelegt, dass die Sicherungsmaßnahmen, wie etwa die Sandsäcke, so bleiben wie sie derzeit sind."

Sonntagnachmittag setzte der Regen dann tatsächlich erneut im Bezirk Güssing ein. Betroffen seien allerdings nicht die Orte Strem und Güssing, sondern die Bereiche um Kukmirn, Rehgraben und Rauchwart, sagte Christian Tauer vom Landesfeuerwehrkommando.
Süden: Aufatmen in Strem
In Strem (Bezirk Güssing), wo das Wasser bis zu eineinhalb Meter hoch stand, konnten noch in der Nacht die Pumparbeiten abgeschlossen werden. Rund 60 Häuser beziehungsweise Keller waren überschwemmt.

150 Feuerwehrleute von 19 Feuerwehren hätten es in der Nacht geschafft, alle überfluteten Keller im Ort auszupumpen. Ein Teil der betroffenen Bewohner sei bereits in ihre Häuser zurückgekehrt.

"Wir haben am Samstag um 18.00 Uhr Alarm gegeben und danach mit den Abpumparbeiten begonnen. Strem ist mittlerweile so wie es immer war. Wir sind komplett trocken", sagte der Stremer Bürgermeister Bernhard Deutsch.

Derzeit seien rund 80 Bundesheersoldaten und 30 Helfer vom "Team Österreich" mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt.
Bundesheer im Bezirk Güssing. (Bild:ORF).
Schadenshöhe noch unbekannt
Wie hoch der angerichtete Sachschaden ist, kann noch nicht gesagt werden. Seitens der Politik gibt es bereits Zusagen, dass rasch und unbürokratisch geholfen werden wird. Die einzig ihm bekannte Zahl seien 300.000 bis 500.000 Euro Schaden in Güssing im Aktivpark und im Kindergarten, so Bezirkshauptmann Grandits.
Wetterbesserung erst am Wochenende
Wie sich die Lage in den kommenden Stunden und Tagen entwickeln wird, hängt von der Wettersituation ab. Die sieht laut Hydrographischem Dienst eher kritisch aus.

Die nächsten Tage bleiben labil, wobei sich für Montag und Dienstag stufenweise leichte Besserung gegenüber den derzeitigen Verhältnissen abzeichnet.

Im weiteren Verlauf der Woche bleibt es bis Freitag labil, erst am Wochenende ist eine generelle Wetterbesserung möglich.
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