Burgenland ORF.at
MI | 11.04.2012
Das Stremtal unter Wasser (Bild: ORF).
HOCHWASSER
Hochwasser: Noch kein Ende in Sicht
Kein Ende der Hochwasserlage im Burgenland: Besonders schlimm ist die Lage in Strem. Der ganze Ort steht unter Wasser. Auch im Landesnorden verschärft sich die Situation wieder.
Güssing: Straßen noch immer gesperrt
Nach wie vor sind die Straßen in Güssing gesperrt. Auch der Strom musste dort aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden, Häuser sind überflutet und Bereiche der Innenstadt gleichen einem See.
Die Bewohner des Altenheimes wurden vorsorglich in den ersten Stock des Hauses übersiedelt.
Keller des Altenheimes unter Wasser
In Güssing wurden die Bewohner des Altenwohnheimes wurden vorsorglich in den ersten Stock des Hauses übersiedelt, das Erdgeschoß des Heimes blieb dann vom Wasser verschont. Der Keller wurde allerdings überschwemmt.

Ebenso viele andere Gebäude und Betriebe sowie die Abfüllanlage von Güssinger Mineralwasser in Sulz.
Hochwasser Güssing. (Bild:ORF).
Am Montag bleiben die Türen der Hauptschule Güssing, sowie auch des Bundesschulzentrums mit dem Oberstufenrealgymnasium und die Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe geschlossen.
Güssing: Montag schulfrei
Das Hochwasser in den betroffenen Regionen hat teilweise auch Auswirkungen auf den zu Ende gehenden Schulbetrieb.

In Güssing haben die Schüler der Hauptschule am Montag keinen Unterricht. Das Gleiche gilt für das Bundesschulzentrum mit dem Oberstufengymnasium und die Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe, teilt Landesschulratspräsident Gerhard Resch mit.

In den betroffenen Schulen sind Keller und Erdgeschoß überschwemmt. Es gibt weder Strom noch Telefon. Es ist damit zu rechnen , dass auch Volksschulen in den vom Hochwasser betroffenen Orten teilweise geschlossen bleiben.
"Wenn das Wetter es zulässt, versuchen wir am Donnerstag eine Premiere aufzustellen. Ansonsten geht es nächsten Freitag weiter", so Hoffmann.
Premiere auf Burg Güssing abgesagt
Auch die für gestern geplante Premiere des Stückes "Der Brandner Kaspar und das ewige Leben" auf Burg Güssing wurde abgesagt. Auch heute wird nicht gespielt, sagt der betroffene Intendant der Burgspiele Frank Hoffmann.

"Ich habe mir heute Vormittag einen Einblick darüber gemacht, was hier in Güssing für eine Hochwasserkatastrophe stattfindet. Ich sehe mich außer Stande auf der Burg eine Komödie zu spielen, während unten die Leute um ihr Hab und Gut kämpfen. Das geht einfach nicht. Das mache ich nicht.

Wir wollen versuchen am kommenden Donnerstag eine Premiere zu machen, unter der Voraussetzung, dass das Wetter es zulässt. Ansonsten geht es weiter wie vorgesehen, nämlich am nächsten Freitag und Samstag", so Hoffmann.
Hochwasser Bezirk Güssing. (Bild:ORF).
Teile der Innenstadt von Güssing gleichen einem See.
Die Schutzvorkehrungen in Strem werden an Ort und Stelle belassen, um sie, wenn nötig, wieder zur Hand zu haben.
Strem: Lage bleibt weiter angespannt
"In Strem wird sich die Lage noch zuspitzen. Der heutige Tag, der macht uns keine Sorgen. Wir denken eher schon an morgen", so Güssings Bezirkshauptmann Johann Grandits.

Aber dazu habe man noch keine wirklich genauen Wetterprognosen - außer, dass es auch großflächig zu Unwettern und Gewittern kommen werde. Man werde deshalb die überall angebrachten Sandsäcke und Schutzvorkehrungen nicht abbauen, sondern an Ort und Stelle belassen, um sie, wenn nötig, wieder zur Hand zu haben.

"Das wird uns sehr viel Druck wegnehmen, auch sehr viele Arbeitskräfte sind dadurch frei, die wir dann anders einsetzen können", so Grandits.
Das Stremtal unter Waser (Bild: ORF).
Strem steht komplett unter Wasser.
Patienten werden per Schlauchboot versorgt
In Strem müssen Patienten im Ort von der Ärztin per Schlauchboot versorgt werden.

"Schön langsam sind wir komplett unter Wasser und wir haben gerade die erste Personen mit einem Schlauchboot geborgen. Alte Leute mit 90 Jahren, die brechen zur Zeit fast alle zusammen", schildert Bürgermeister Bernhard Deutsch die dramatische Lage.
Strem unter Wasser (Bild: ORF).
Strem unter Wasser (Bild: ORF).
"Es wird noch erhoben, ob weitere Leute evakuiert werden müssen", so der Einsatzleiter des Roten Kreuzes.
"So etwas hat der Bezirk noch nicht erlebt"
"Wir sind nach Strem gerufen worden, um vier Personen aus dem Feuerwehrhaus zu evakuieren. Wir haben mit der Schnelleinsatzgruppe die Leute evakuiert und ins Altenheim Strem gebracht. Um zirka 04.00 Uhr Früh hatten sich diese Leute ins Feuerwehrhaus geflüchtet, da ihre Häuser schon überflutet waren.

Jetzt ist auch das Feuerwehrhaus unter Wasser. Es sind noch einige Leute eingeschlossen, ob eine weitere Evakuierung nötig sein wird, ist noch unklar, das wird erhoben. So etwas hat der Bezirk noch nicht erlebt", berichtet der Einsatzleiter des Roten Kreuzes in Strem Kurt Tukovits.
Das Stremtal unter Wasser (Bild: ORF).
In Güttenbach sind der Kindergarten, die Schule und das Gemeindehaus unter Wasser.
Auch Güttenbach kämpft gegen Wassermassen
Auch in Güttenbach wird mit Hochdruck an der Behebung der Wasserschäden gearbeitet.

"Es sind jetzt nicht nur das Gemeindehaus, die Schule und der Kindergarten überflutet worden. Zusätzlich hat es 50 Einfamilienhäuser erwischt", so Güttenbachs Bürgermeister Leo Radakovits.
Auch in Güttenbach musste ein Altenheim teilevakuiert werden.
Güttenbach: Schwer gezeichnet
Der Ort ist noch immer schwer gezeichnet von den Unwettern, die auch gestern Abend niedergegangen sind. Überall auf den Straßen stehen Möbel, die Menschen reinigen die Möbel vom Schlamm. Die Menschen sind auch ziemlich verzweifelt. Auch die Nerven der Einsatzkräfte liegen blank.

Das Bundesheer ist in Güttenbach mit etwa 50 Soldaten vertreten, die noch immer Sandsäcke schlichten und bei den Aufräumarbeiten helfen. Die Feuerwehr ist hier seit Mittwoch im Großeinsatz. Genau wie in Güssing musste hier in Güttenbach ein Altenheim teilevakuiert werden. Die Menschen wurden in den ersten Stock gebracht.
Bezirk Güssing bekommt Unterstützung
Die Feuerwehren im Bezirk werden mittlerweile von Kollegen aus anderen Bezirken unterstützt, auch Bundesheersoldaten sind im Einsatz. Ein Ende der Einsätze ist nicht absehbar, die Höhe des angerichteten Sachschadens kann nicht einmal annähernd geschätzt werden.
Politik sichert Geld zu
Von Bundes-und Landespolitikern der SPÖ und der ÖVP gibt es mittlerweile Zusagen für finanzielle Hilfe.

Sowohl Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) als auch Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP)haben Hilfe angekündigt. Auch aus dem Katastrophenfonds des Bundes soll Geld kommen - das kündigt Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl (ÖVP) an.
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