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MI | 11.04.2012
Feuerwehrmänner stehen bis zu den Knien unter Wasser. (Bild: ORF)
WETTER
Landessüden unter Wasser
Die sintflutartige Regenfälle haben vor allem im Landessüden für einen Dauereinsatz der Feuerwehren gesorgt: Bäche treten über die Ufer, Straßen werden überflutet und Keller müssen ausgepumpt werden.
Keine ruhige Minute für Feuerwehren
Vor allem in den Bezirken Jennersdorf und Güssing haben die Feuerwehren am Mittwoch keine ruhige Minute gehabt: Praktisch im Minutentakt sind die Feuerwehrleute zu neuen Einsätzen gerufen worden.

Dauerregen hat am Mittwochabend dann für eine angespannte Lage auch im Nordburgenland gesorgt.
Hochwasser in Eisenhüttl. (Bild: ORF)
Straßen standen unter Wasser
Ortsdurchfahrt Stegersbach gesperrt
Immer wieder mussten am Mittwoch Straßen gesperrt werden, weil sie unter Wasser standen. Die Straße zwischen Gamischdorf und Rehgraben war Mittwochmittag unpassierbar.

Auch die Ortsdurchfahrt von Stegersbach musste gegen 14.00 Uhr gesperrt werden, weil von den Wegen der höhergelegenen Ortsteile braune Bäche auf die Straße stürzen. In Rattersdorf ist die Hauptstraße überflutet gewesen und viele Keller mussten ausgepumpt werden.

Außerdem stehen viele landwirtschafliche Flächen unter Wasser, etwa in Limbach.
Keller unter wasser. (Bild: ORF)
Dutzende Keller unter Wasser
"Bis zum Bauch im Wasser"
Besonders schlimm hat es die Gemeinde Deutsch Kaltenbrunn erwischt. Die Keller von rund 50 Häusern sind unter Wasser gestanden. Auch Neusiedl bei Güssing ist von den Unwettern stark betroffen: Straßen stehen dort bis zu einem Meter hoch unter Wasser.

Viele Menschen in den betroffenen Gemeinden versuchten verzweifelt, aus ihren Kellern zu retten, was noch zu retten ist, berichtete ORF-Burgenland-Redakteur Kurt Krenn: "Manche stehen bis zum Bauch im Wasser und tragen hinaus, was sie noch hinausbringen können"

Zum Teil sind die Betroffenen auch empört, ihr Vorwurf lautet, dass Hochwasserschutzprojekte versprochen, aber nicht umgesetzt worden seien.

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Kukmirn: Ärgstes Hochwasser seit 50 Jahren
Auch in Kukmirn und Umgebung sei die Lage sehr gespannt, erzählte Vizebürgermeister Werner Kemeter am Mittwochnachmittag. So etwas habe man in den vergangenen 50 Jahren nicht erlebt.

Man habe sogar die Ortsdurchfahrt von Neusiedl bei Güssing sperren müssen, der gesamte Ortsbereich sei zirka einen halben Meter überflutet. In Eisenhüttl mussten laut Kemeter ebenfalls viele Keller ausgepumpt werden.
Sportplatz von Gerersdorf steht unter Wasser. (Bild: ORF)
Mehr als 150 Feuerwehren im Einsatz
Insgesamt sind im Burgenland bis Mittwochabend bereits mehr als 150 von insgesamt 326 Feuerwehren im Einsatz gewesen, die meisten von ihnen im Landessüden.

Aber auch in Eisenstadt, wo immer wieder wolkenbruchartige Regenfälle niedergingen, musste die Feuerwehr zu Pumparbeiten ausrücken.

In der Landesfeuerwehr-Telefonzentrale in Eisenstadt, die im Normalfall mit zwei Mann besetzt ist, sitzen - bis sich die Lage entspannt 14 Mitarbeiter an den Telefonen, um die Feuerwehren zu koordinieren.
Leichte Beruhigung im Bezirk Jennersdorf
Laut Auskunft der BH Jennersdorf hat sich die Lage im südlichsten Bezirk am Mittwochabend etwas beruhigt. Gegen 16.30 Uhr waren alle Straßensperren aufgehoben.
Hochwasser im Südburgenland. (Bild: ORF)
"Verheerende Niederschlagsmengen"
Anders als aufgrund der Wetterprognosen erwartet, gab es im Südburgenland binnen kurzer Zeit "verheerende Niederschlagsmengen", hieß es am Mittwochnachmittag vom Hydrographischen Dienst.

Seit Mitternacht fielen zum Beispiel in Deutsch Kaltenbrunn 130 Millimeter Regen auf den bereits feuchten Boden. In Heiligenkreuz wurden 64 Millimeter gemessen, in Dürnbach waren es 50, so Karl Maracek, Leiter des Referats Hydrographie.

Auch kleine Zubringerbäche brächten unglaublich viel Wasser. Besonders schlimm sei die Situation an der Strem gewesen, auch Raab und Lafnitz seien stark angestiegen, so Maracek am Mittwochnachmittag.
Wetterprognose: Entspannung im Süden
Laut ORF Wetterredaktion ist es mit den großen Regenmengen im Südburgenland mittlerweile vorbei. In der Nacht kommt es vereinzelt allerdings wieder zu kräftigen Schauern.
Norden wappnet sich mit Sandsäcken
Derweil spitzt sich aber die Lage im Norden zu: Im Wulka-Gebiet um Antau, in Wimpassing, und im Leitha-Gebiet bei Neufeld wurden die Feuerwehren am Mittwochabend zu Einsätzen gerufen.

Besonders die Pegelstände von Wulka und Leitha machen den Verantwortlichen in der Landesfeuerwehrzentrale Sorgen. Als Vorsichtsmaßnahmen wurden mit den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden Einsatzpläne besprochen und Sandsäcke vorbereitet.
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