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MI | 11.04.2012
Franz Soronics (Bild: ORF)
Chronik
Alt-Innenminister Franz Soronics gestorben
Der ehemalige Innenminister, ÖVP-Landesparteiobmann und Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Soronics ist am Montag im Krankenhaus Eisenstadt verstorben. Soronics wäre am 28. Juli 89 Jahre alt geworden.
Als Eisenstädter Gemeinderat begonnen
Soronics wurde am 28. Juli 1920 als Sohn einer Arbeiterfamilie geboren. Als ÖAAB-Mann und Eisenstädter Gemeinderat startete Soronics in die Politik. 1956 wurde er in den Bundesrat entsandt, drei Jahre später saß er im Nationalrat.

1963 berief ihn Bundeskanzler Alfons Gorbach als Staatssekretär ins Innenministerium, nach dem Wahlsieg der ÖVP 1966 ins Sozialministerium.
Franz Soronics. (Bild: ORF)
1968 wird Soronics Innenminister
1968 dann der der Höhepunkt, Soronics wird Innenminister. In seine Amtszeit fallen innenpolitische und außenpolitische Krisen: Die Studentenunruhen, die Südtirolfrage und natürlich die Niederschlagung des Prager Frühlings durch sowjetische Truppen.
Franz Soronics bei der Angelobung als Innenminister. (Bild: ORF)
Als Konsenspolitiker bekannt
Nach seiner Zeit als Minister versuchte Soronics vergeblich als ÖVP-Landesparteiobmann 1972 und 1977 die absolute Mehrheit der Kery-SPÖ zu brechen. Soronics galt aber als Konsenspolitiker, der auch mit der SPÖ und Kery persönlich gutes Einvernehmen hatte. Soronics war in dieser Zeit Landeshauptmannstellvertreter.
Franz Soronics und Theodor Kery. (Bild: ORF)
Zweiter Landtagspräsident
Von 1978 bis 1982 war Franz Soronics zweiter Landtagspräsident. Danach ging er in Polit- Pension. 1998 sorgte er nocheinmal für Aufsehen, als er vertrauliche Akten der Staatspolizei über Helmut Zilk aus seinem Privatarchiv veröffentlichte.
Franz Soronics mit einem Akt zur Causa zilk. (Bild: ORF)
Fischer: Politiker des Ausgleichs
Bundespräsident Heinz Fischer würdigte die Verdienste von Franz Soronics: Dieser sei ein auf Ausgleich bedachter Politiker gewesen, der über politisches Augenmaß verfügt habe.

"Mein letztes Gespräch mit Franz Soronics konnte ich führen, als er am Begräbnis von Altbundeskanzler Fred Sinowatz teilnahm und auch damit seinen Respekt für Menschen mit anderen Auffassungen zum Ausdruck brachte", so Fischer
Pröll: ÖVP verliert besondere Persönlichkeit
Die ÖVP verliere mit Franz Soronics eine besondere Persönlichkeit, die Österreich in den Nachkriegsjahren maßgeblich mitgestaltet habe, sagt ÖVP-Vizekanzler Josef Pröll zum Tod des ehemaligen Innenministers.
Steindl "tief betroffen"
Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Steindl (ÖVP) zeigt sich in einer Reaktion tief betroffen vom Ableben des ehemaligen ÖVP-Innenministers und Landesparteiobmannes.

Soronics sei ein großer ÖVP-Politiker und Gestalter des Burgenlandes gewesen. Man werde Soronics als Politiker und guten Freund vermissen, so Steindl weiter.
Niessl. Trauer und Betroffenheit
Trauer und tiefe Betroffenheit über das Ableben von Franz Soronics zeigt Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ). Soronics sei für den burgenländischen Weg des Miteinanders gestanden und habe stets den Konsens gesucht, so Niessl.

Soronics habe stets das Wohl des Landes und die Interessen der Menschen in den Mittelpunkt seines Wirkens gestellt, womit es sich auch über Parteigrenzen hinweg Respekt und Anerkennung erworben hat", so Niessl weiter.
Eisenstadt trauert
Auch die Stadt Eisenstadt trauert um Franz Soronics. Der gebürtige Eisenstädter und Ehrenbürger seit 1978 hätte Großes für seine Heimatstadt geleistet, so Bürgermeisterin Andrea Fraunschiel (ÖVP. Sein unermüdlicher Einsatz und seine stete Bereitschaft, sich für die Anliegen seiner Mitmenschen einzusetzen, haben ihm österreichweit Anerkennung gebracht.
Sondersitzung des Landtags
Der burgenländische Landtag wird eine Trauersitzung im Gedenken an Franz Soronics abhalten, der Termin steht noch nicht fest. Auch der Termin für das Begräbnis ist noch nicht bekannt.
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