Burgenland ORF.at
MI | 11.04.2012
Jelinek (Bild: APA/Schlager)
KULTUR
Jelinek-Uraufführung in München: "Rechnitz"
"Rechnitz (Der Würgeengel)" - das neue Stück von Elfriede Jelinek wird am Freitag in München uraufgeführt. Es behandelt das Massaker in Rechnitz kurz vor Kriegsende, bei dem jüdische Zwangsarbeiter getötet wurden.
Das Massaker fand in der Nacht zum Palmsonntag 1945 statt.
Massaker an jüdischen Zwangsarbeitern
In dem Text verarbeitet die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek das bis heute nicht restlos geklärte Massaker von März 1945 in Rechnitz (Bezirk Oberwart).

Dabei wurden auf dem Anwesen von Margit Batthyany (geb. Thyssen-Bornemisza) rund 200 jüdische Zwangsarbeiter aus Ungarn von SS-Männern und Gästen der Schlossherrin umgebracht.

Boten berichten
Jelinek zeigt in dem Stück nicht das unmittelbare Geschehen, sondern lässt auf einem "Schloss in Österreich" zeitgemäß - etwa als Fahrradkuriere - gekleidete Boten und Botinnen das Geschehen Revue passieren und bewerten, doch "jeder Bote erzählt etwas anderes", heißt es.
Umgang mit Geschichte
"Es geht mehr um das allgemeine Berichten von Geschichte. Wie wird über Vergangenes heute berichtet, was verformt sich, was verfärbt sich, was wird verschwiegen?", sagt Regisseur Jossi Wieler.

Insofern stehe "Rechnitz" exemplarisch für den Umgang mit der Geschichte des Dritten Reichs über, vor allem auch in Österreich, so Wieler.
Szene aus "Rechnitz". (Bild: APA)
Uraufführung am Freitag
Die Uraufführung geht am Freitag, dem 28. November um 19.30 Uhr in den Münchner Kammerspielen über die Bühne.
Ganz Österreich
Burgenland News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News