Burgenland ORF.at
MI | 11.04.2012
Aufräumarbeiten (Bild: ORF)
Montagabend erwischte es vor allem den Bezirk Oberpullendorf.
WETTER
Wieder schwere Schäden nach Unwettern
Innerhalb von 48 Stunden wurde das Burgenland zwei Mal von schweren Unwettern heimgesucht. Autos wurden weggeschwemmt. Rund 600 Hektar Weinbaufläche wurden vernichtet.
In etwa 30 Gemeinden mussten die Feuerwehren ausrücken.
Brücken und Straßen weggerissen
Besonders betroffen waren diesmal die Gemeinden Oberpetersdorf und Kobersdorf. In Oberpetersdorf wurden teile der Ortsdurchfahrt von den Wassermassen weggespült.

In Kobersdorf waren die Regenfälle so heftig, dass sogar zwei Autos gegeneinander geschwemmt wurden.
kobersdorf
In Kobersdorf waren die Regenfälle so heftig, dass sogar zwei Autos gegeneinander geschwemmt wurden.
Menschen verzweifelt
Die Verzweiflung war den Menschen ins Gesicht geschrieben. Überalle auf den Straßen und in den Häusern hatten sie mit Wasser und Schlamm zu kämpfen. In manchen Häusern ist die Schlammschicht bis zu 20 Zentimeter hoch.
Unwetter (Bild: ORF)
"Wir hatten im ganzen Haus das Wasser", schilderte eine Frau. Eine andere sagte: "Bei uns kam das Wasser sogar durchs Fenster".
700 Feuerwehrleute waren im Einsatz.
Straßensperren
Sogar einige Straßenverbindungen mussten am Abend gesperrt werden. Die Straße zwischen Oberpetersdorf und Kobersdorf, so wie die Bundesstraße 50 zwischen St. Martin und Weppersdorf waren zu.

Auch die Autobahnabfahrt von der S 31 nach Weppersdorf war mehrere Stunden gesperrt.
Feuerwehrmann im Einsatz (Bild: ORF) Wasserdruck hob Kanaldeckel
In Rechnitz wurde eine Fassade beschädigt, zwischen Wiesen und Bad Sauerbrunn wurde im Bereich einer Bahnkreuzung Schotter ausgeschwemmt. In Neufeld an der Leitha hob der Wasserdruck Kanaldeckel aus ihrer Verankerung.
Viele Feuerwehren waren bis Dienstag mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt.
Transparentkette streifte Autos
Ausrücken mussten Feuerwehren unwetterbedingt auch in anderen Landesteilen: In Jois (Bezirk Neusiedl am See) hatte der Wind ein Transparent losgerissen. Die Verankerungskette streifte laut Feuerwehr vorbeifahrende Fahrzeuge.
Hagel (Bild: APA) Hagelversicherung: 2,5 Mio. Euro Schaden
Das schwere Unwetter, das am Montag über dem Mittelburgenland niederging, hat erneut auch zu beträchtlichen Schäden in der Landwirtschaft geführt.

Nach ersten Schätzungen der Österreichischen Hagelversicherung sind diesmal rund 600 Hektar Weinanbauflächen betroffen.

"Das gestrige Hagelunwetter hat nach ersten Schätzungen für die burgenländischen Winzer einen Gesamtschaden von 2,5 Millionen Euro verursacht," erklärte der Generaldirektor Kurt Weinberger.
Vor allem im Blaufränkischland
Erwischt hat es diesmal vor allem Weinkulturen in den Gemeinden Deutschkreutz, Horitschon und Neckenmarkt. Vor allem die Neckenmarkter Top-Rieden hat es schwer getroffen.

Die Schadensaufnahmen haben laut Weinberger unmittelbar nach Einlangen der Schadensmeldungen begonnen, um eine rasche Entschädigung zu gewährleisten.
Soforthilfe vom Land
Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) wies die Betroffenen des Unwetters auf die bereits Ende Juni eingeleitete Soforthilfe hin.

Das Land ermöglicht geschädigten Privatpersonen einen Kredit in der Höhe von 10.000 Eurofür die Zeit von sechs Monaten. Vom Land werden maximal 5,5 Prozent Kreditzinsen getragen, so Niessl in einer Aussendung. Die Unwetterschäden sind von der Gemeinde zu bestätigen.
Ganz Österreich
Burgenland News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News