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MI | 11.04.2012
Schloss Esterhazy. (Bild: ORF)
KULTUR/WIRTSCHAFT
Schloss Esterhazy: Differenzen über Sanierung
Nach der Verschiebung der Sanierung von Schloss Esterhazy auf die Zeit nach dem Haydnjahr 2009 ist nun Kritik von den Esterhazy-Betrieben gekommen. Das Land habe damit eine Chance vertan, hieß es.
Differenzen über Ausmaß der Sanierung
Nachdem kürzlich Kulturlandesrat Helmut Bieler (SPÖ) mitgeteilt hatte, größere Baumaßnahmen würden erst nach dem Haydnjahr 2009 durchgeführt, kam nun Kritik von den Esterhazy Betrieben: Das Land wolle bis zum Haydnjahr keine Sanierungen und Verbesserungen, wurde in einer Aussendung festgestellt.

Für Differenzen sorgt das Ausmaß der geplanten Bau- und Sanierungsmaßnahmen im Rahmen der ersten Umbauphase: Die Esterhazy Betriebe haben gemeinsam mit den Architekten Gustav Peichl und Alexander van der Donk ein "Basis-Modul" entwickelt.
Pläne für Umbau. (Bild: Esterhazy Betriebe)
Der Esterhazy-Plan
Es sieht neben der Sanierung der Sala Terrena, in der bis 2006 das Esterhazysche Weingut untergebracht war, auch die Schaffung eines Grabengeschoßes vor.

Dieses bilde eine wesentliche Voraussetzung für die künftige technische und logistische Infrastruktur des Hauses, hieß es.
Land wollte kleineres Projekt
Beim Land bevorzugte man hingegen als erste Etappe ein kleineres Projekt, das eine Sanierung der Sala Terrena sowie des Sanitärbereichs ohne die Arbeiten für das Grabengeschoß vorsieht.
Man habe "dem Wunsch des Landes voll entsprochen", die Gesamtsanierung in mehrere Phasen zu gliedern.
Esterhazy: Zeitplan vorgelegt
Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) habe Ende 2007 eine Sanierung des Schlosses in Teilschritten gewünscht. Unter diesen Umständen wäre das Land auch bereit, sich angemessen finanziell zu beteiligen, so die Esterhazy Betriebe.

Das gewünschte "Erste Modul" der Gesamtsanierung sei mit einem detaillierten Zeitplan am 25. Februar dieses Jahres vorgelegt worden. Damit habe man "dem Wunsch des Landes voll entsprochen", die Gesamtsanierung in mehrere Phasen zu gliedern.

Dass die Esterhazy Betriebe einem Sanierungsvorschlag von Landesrat Bieler nicht zugestimmt hätten, entspreche "keinesfalls den Tatsachen". Vom Landesrat abgelehnt worden seien hingegen die Pläne Peichls.
Angelpunkt Grabengeschoß
Kritisiert wird die Ablehnung des "von den Architekten als unverzichtbar angesehenen" Grabengeschoßes. Eine Sanierung und ein Ausbau der Sala Terrena seien untrennbar mit der Schaffung dieses Grabengeschoßes verwoben.
Land will Kulturbetrieb nicht beeinträchtigt sehen.
Land will Schloss 2008 nicht sperren
Für ein Großprojekt vor dem Haydnjahr gebe es keine Zustimmung, hieß es dazu aus dem Büro des Finanzlandesrates, der derzeit auf Urlaub ist. Eine kleinere Version würde man unterstützen, alles andere sei hinfällig.

Für das Land komme es auch nicht in Frage, dass etwa wegen Bauarbeiten 2008 das Schloss gesperrt werde. Man könne nicht das Haydnjahr bewerben und gleichzeitig das Schloss "zusperren".
Differenzen auch um Finanzierung
Ein weiterer Bereich, in dem es sich zwischen Land und Esterhazy spießt, ist die Finanzierung. Der Landesrat hatte erklärt, ein Grund für die zeitliche Verlegung der Baumaßnahmen sei das Fehlen detaillierter Kosten- und Finanzierungspläne seitens Esterhazy gewesen.

Von den Esterhazy Betrieben hieß es dazu, Bieler sei in einer Sitzung in der Vorwoche nicht bereit gewesen, einen möglichen Finanzierungsanteil des Landes zu nennen.
Kritik kam auch von der ÖVP.
Steindl verwundert über "Nicht-Umbau"
Landeshauptmannstellverterer Franz Steindl (ÖVP) meinte, er sei verwundert über diesen "Nicht-Umbau" des Schlosses. Es sei unverständlich, warum Landesrat Bieler auch auf eine kleine Sanierung verzichtet habe. Die Chance ein attraktives Bauprojekt bis zum Haydnjahr zu verwirklichen, sei vertan.
Pehm: Richtige Sachentscheidung
SPÖ-Kultursprecher Georg Pehm sprach von einer richtigen Sachentscheidung. Durch die Verschiebung der Sanierung könne man das Haydnjahr 2009 bestmöglich vorbereiten.
Galt einst als "Jahrhundertprojekt"
Die Sanierung von Schloss Esterhazy wurde im Vorjahr von beiden Seiten in einer gemeinsamen Erklärung als "Jahrhundertprojekt" gepriesen. Als Bau- und Restaurierungskosten wurden 60 Millionen Euro genannt. Damals wurde mitgeteilt, in der ersten Phase sollten Grundinfrastruktur, Aufgänge, Not- und Fluchtwege sowie die Gebäudetechnik saniert werden. Weiters war geplant, den Haydnsaal bis 2009 zu sanieren und bespielfähig zu machen. Als Zeitrahmen für den Abschluss der Gesamtsanierung des Schlosses wurde 2010 bis 2011 genannt.
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