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MI | 11.04.2012
Anschlussdenkmal. (Bild: ORF)
OBERSCHÜTZEN
Diskussion über Anschlussdenkmal hält an
Vor 70 Jahren wurde nach dem Anschluss an Nazi-Deutschland das weithin sichtbare Anschlussdenkmal in Oberschützen (Bez. Oberwart) errichtet. Bis heute sorgt es für Diskussionen. Ein Lokalaugenschein.
Eigentümer sind gegen Veränderung.
Neue Bedeutung durch Kunst
Der Künstler Peter Wagner will dem Bauwerk eine zeitgemäße Form und eine neue Bedeutung geben. Viele Einwohner von Oberschützen, darunter die Eigentümer des Denkmals, halten davon gar nichts und wollen es unverändert lassen.
"Es soll bleiben wie es ist"
"Wir wollen jetzt Ruhe haben. Es soll so bleiben, wie es ist - aus, Ende. So lange ich lebe, wird da nichts angegriffen", sagt Gerhard Leitner, einer der Eigentümer.
Das Mahnmal bleibt das "Anschlussdenkmal".
Sieben Personen, drei Familien
Das Denkmal steht auf einem Grundstück, das sieben Personen aus drei Familien gehört - und das macht die Sache nicht unbedingt einfacher.

Plädoyer für sachliche Aufarbeitung
Vor zehn Jahren hat die Gemeinde das Bauwerk nach endlosen Diskussionen zu einem Mahnmal gegen Rassismus umgewidmet und eine Tafel anbringen lassen. In Oberschützen ist aber weiterhin vom Anschlussdenkmal die Rede.

Bürgermeister Günter Toth (ÖVP) plädiert für eine sachliche Aufarbeitung der Geschichte.
Mahnung durch Denkmal
"Ich denke, dieses Mahnmal ist eben ein Zeichen, dass in unserer Gemeinde nicht alles in Ordnung war und es erinnert uns daran. Und ein Mahnmal soll ja auch eine Mahnung sein", so der Bürgermeister.
Kinder sollen ihre Phantasie spielen lassen.
Vorschlag: Wettbewerb
Der Schriftsteller Peter Wagner schlägt einen Ideenwettbewerb vor, an dem nicht nur Künstler und Architekten teilnehmen sollten.
Thema für Schüler
"Oberschützen ist eine Schulstadt. Wenn man die Schüler und Kinder entsprechend einweiht in die Tiefe der Materie, ich bin überzeugt, da kämen unglaubliche Dinge aus der Phantasie der Kinder heraus", so Wagner.
Wagners "Pflöcke" wurden ausgerissen und wieder eingeschlagen.
Aufregung um Kunst
Wagner sorgt derzeit mit einer Kunstinstallation für Aufregung. Er hat an der Straße neben dem Denkmal Holzpflöcke eingeschlagen. Sie wurden bereits zweimal in der Nacht von Unbekannten herausgerissen und einmal von ebenso Unbekannten wieder eingeschlagen.

Wagner kann dem Ganzen auch Positives abgewinnen: Sein Kunstwerk werde bemerkt, eine Dialog habe begonnen, sagte er.
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