Burgenland ORF.at
MI | 11.04.2012
Awaren-Skelett. (Bild: burgenland.ORF.at)
SENSATIONSFUND
Awarengräber bei Sigleß entdeckt
Im Wald bei Sigleß sind Archäologen auf awarische Hügelgräber aus dem achten Jahrhundert nach Christus gestoßen. Vier Skelette und zahlreiche Grabbeigaben wurden geborgen. Sie werden untersucht und restauriert.
Vermutlich Fürstenfamilie
Die Gemeinde Sigleß war bisher für Archäologen nur von beschränktem Interesse. Das könnte sich nun ändern: In einem Waldstück der 1.100-Seelen-Gemeinde wurden erstmals awarische Hügelgräber aus dem 8. Jahrhundert entdeckt.

Bei den vier gefundenen Skeletten handelt es sich vermutlich um eine Fürstenfamilie - und um eine kleine archäologische Sensation.
Start Anfang August
Anfang August begannen die Grabungen in dem Waldstück zwischen Sigleß und Wiesen. Das vierköpfige Team um die Archäologin Dorothea Talaa nahm zunächst ein kleineres Hügelgrab in Angriff und wurde nach mehrtätigen Grabungsarbeiten auch tatsächlich fündig.

Vier Skelette, die zweier Frauen, eines Mannes und eines Kleinkindes, wurden geborgen.
Ausgrabungsort. (Bild: ORF)
Gewebereste gefunden
"Bei den Skeletten konnten wir Gewebereste feststellen, die entweder von der ehemaligen Kleidung oder von den Totentüchern stammen dürften", so Talaa.

"In zwei Fällen waren die Särge extrem gut erhalten. Es waren Holzkisten aus massivem Eichenholz, die vor Ort gefertigt wurden. Wir haben einige Ohrringe aus Silber und Bronze, eine Gürtelschnalle und diverse Messer gefunden."
Im Auftrag der Gemeinde
Gegraben wird im Auftrag der Gemeinde. In der Gemeinderatssitzung vom 2. August wurde der einstimmige Beschluss gefasst, das Waldstück und die darin befindlichen Erdhügel wissenschaftlich unter die Lupe nehmen zu lassen.

10.000 Euro wurden dafür vom Gemeinderat freigegeben, sagte Bürgermeister Alfred Krenn (SPÖ).
"Neue Situation"
"Wir müssen mit dieser neuen Situation erst einmal fertig werden. Wir müssen dann entscheiden, was wir daraus machen", so der Bürgermeister.
Ausstellung in Sigleß geplant
Die Fundstücke - also auch die Skelette der awarischen Adeligen und ihre Schmuckgegenstände - sollen in der Gemeinde Sigleß bleiben und dort ausgestellt werden.

Land und Bund hätten keinen Anspruch auf die Funde, betonte Talaa. Nach einem Vertrag seien die Urbarialgemeinde und die Gemeinde Sigleß Besitzer der Funde.

Entsprechende Museumsplänen werden seitens der Gemeinde Silgeß bereits angedacht.
Waren bereits Grabräuber am Werk?
Wenig ergiebig war die Untersuchung des großen Hügelgrabes. Grabräuber haben dort -vermutlich schon vor langer Zeit - Beute gemacht und den Hügel geplündert.
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