Burgenland ORF.at
MI | 11.04.2012
Verletzte Katze. (Bild: ORF)
NICKELSDORF
Tierquälerei: Jäger erschossen 66 Katzen
Ein brutaler Fall von Tierquälerei ist nun in Nickelsdorf aufgeflogen: Zwei Jäger haben insgesamt 66 Katzen erschossen. Sie fingen die Tiere in Fallen oder schossen aus dem Auto auf sie.
Brutale Jagd
Die beiden Jäger dürften bereits seit mehr als einem Jahr Jagd auf die Katzen gemacht haben.

Aufgeflogen ist der Fall nun, nachdem ein Katzenbesitzer Anzeige erstattet hatte, weil eine seiner Katzen verschwunden war.
Dem Hund vorgeworfen?
Gegenüber der Polizei gab der Mann an, dass ihm bereits vor einem Jahr eine Katze abhanden gekommen sei und er vermutet habe, dass ein Jäger die beiden Katzen mit einer Falle gefangen und diese anschließend seinem Hund vorgeworfen habe.
Lebend gefangen
Die darauf eingeleiteten Erhebungen brachten das Ausmaß der brutalen Jagd auf die Katzen zutage, die die beiden Jäger im Frühjahr 2006 begonnen hatten.

Einer der beiden, ein 49-jähriger Mann aus Nickelsdorf, hatte laut Polizei auf seinem Anwesen Lebendfangfallen aufgestellt.
Mit Flobertgewehr
Darin fing der Mann insgesamt 20 Katzen. Anschließend brachte er die Tiere in sein Revier und erschoss sie dort mit einem Flobertgewehr.
Schuss aus dem Auto
Außerdem schoss der Mann während einer Fahrt durch das Ortsgebiet aus dem Auto mit einem Schrotgewehr auf eine Katze.

Gelenkt wurde das Auto dabei von einem 54-jährigen Jagdkollegen, ebenfalls ein Nickelsdorfer. Dieser hielt das Auto an, stieg aus und erschoss das verletzte Tier.
Auch Jagdkollege fing Katzen
Der 54-jährige Jäger selbst fing ebenfalls seit dem Frühjahr 2006 Katzen ein: An vier verschiedenen Orten in Nickelsdorf fing er insgesamt 45 Katzen. Er erschoss die Tiere an Ort und Stelle mit einem Flobertgewehr.
Angebliche Katzenplage
Die Jäger sind geständig. "Sie haben angegeben, das auch aus Gefälligkeit anderen Leuten aus dem Ort gegenüber getan zu haben, da es aus deren Sicht eine Katzenplage im Ort gegeben hat, und um der Gefahr einer Tierseuche entgegenzuwirken", sagte der stellvetretende Polizeiinspektionskommandant Johann Ganster.
Unterschiedliche Haltung
"Einem Jäger hat es leidgetan, bei dem anderen war Reue nicht zu erkennen. Er ist mit Leib und Seele Jäger", so Ganster.
Anzeigen
Die Jäger sind geständig. Gegen die beiden wurde Anzeige wegen Tierquälerei und Verstoßes gegen das burgenländische Jagdgesetz erstattet.

Im Fall einer rechtskräftigen Verurteilung seien auch Konsequenzen möglich, hieß es vom Landesjagdverband. Beide könnten ihre Jagdkarte verlieren und von der Mitgliedschaft im Landesjagdverband ausgeschlossen werden.

Bezirksjägermeister: Nicht erlaubt
Tiere im Ort abzuschießen sei definitv nicht erlaubt, sagte Bezirksjägermeister Helmuth Reif. Bei den beiden Jägern handle es sich um "schwarze Schafe".
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