Burgenland ORF.at
MI | 11.04.2012
Winfried Kasper. (Bild: Großpetersdorf)
GROSSPETERSDORF
Knalleffekt: Kasper nun doch Spitzenkandidat
Knalleffekt in der SPÖ Großpetersdorf: Spitzenkandidat für die Gemeinderatswahl ist nun doch der amtierende Bürgermeister Winfried Kasper. Er gewann nun eine Kampfabstimmung gegen Altlandesrat Josef Tauber.
Kampfabstimmung
Die Mitgliederversammlung nominierte Kasper Freitagabend als Spitzenkandidat für die Gemeinderatswahl. Kasper bekam in einer Kampfabstimmung um zwei Stimmen mehr als Altlandesrat Josef Tauber.

Tauber war erst vor einer Woche von einem anderen SPÖ-Gremium, dem Ortsauschuss, mit großer Mehrheit zum Spitzenkandidaten ernannt worden. Doch nun kam es zur Kampfabstimmung.
41 zu 39 Stimmen
In der Wahlurne fanden sich 91 Stimmzettel, obwohl nur 82 Stimmzettel von der Wahlkommission ausgegeben worden waren. Der Grund für diese wundersame Zettelvermehrung blieb ein Rätsel.

Der Wahlgang musste jedenfalls wiederholt werden und brachte 41 Stimmen für Bürgermeister Kasper und 39 Stimmen für Altlandesrat Tauber.
Gegen Funktionäre
Damit geht nun doch der amtierende Bürgermeister als Spitzenkandidat bei der Gemeinderatswahl im Oktober ins Rennen.

Die Parteifunktionäre hatten Kasper vor einer Woche ausgebootet, die Parteimitglieder schickten ihn Freitagabend wieder zurück ins Rennen.
"Zuspruch bekommen"
"Ich habe sehr viele Anrufe aus der Bevölkerung bekommen und viel Zuspruch. Das war für mich ein Ansporn, diese Auseinandendersetzung zu führen", sagte Kasper.
Bieler: Position genutzt
Freuen durfte sich auch der SPÖ-Bezirksparteivorsitzende. Landesrat Helmut Bieler hatte sich in den vergangenen Tagen für Kasper eingesetzt.

Er habe seine Position als Bezirksparteivorsitzender genutzt, die Mitgliederversammlung einzuberufen, "damit jedem am Entscheidungsprozess teilnehmen kann", so Bieler.
Tauber: "Nehme Ergebnis zur Kenntnis"
Verlierer des Abends waren der Ortsparteivorsitzende Günter Ranftl und Altlandesrat Josef Tauber.

"Ich nehme das Ergebnis zur Kenntnis. Gegen einen amtierenden Bürgermeister mit zwei Stimmen zu unterliegen - das ist eine Ergebnis, das sich sehen lassen kann", sagte Tauber.

"Wir werden das Beste daraus machen. Wir müssen an die Wahl denken", sagte Ranftl, der sich wie Tauber auch weiter politisch engagieren will.
Reaktion:
Als neue Facette des Burgenland-Kommunismus bezeichnet ÖVP-Landesgeschäftsführer Dietmar Halper die Ereignisse in Großpetersdorf. Dass die Abstimmung wiederholt werden musste, weil zunächst mehr Stimmzettel in der Wahlurne aufgefunden wurden als von der Wahlkommission ausgegeben worden waren, bezeichnte Halper als "unhaltbare demokratiepolitische Zustände".
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