Burgenland ORF.at
MI | 11.04.2012
Kurt Waldheim (Bild: APA)
Waldheim gestorben
Fred Sinowatz und die Waldheim-Affäre
Alt-Bundespräsident Kurt Waldheim ist am Donnerstag im Alter von 88 Jahren gestorben. Der Umgang mit seiner Kriegsvergangenheit überschattete seine Amtszeit. Dabei spielte auch der damalige Bundeskanzler Fred Sinowatz (SPÖ) eine wichtige Rolle.
Amtszeit im Schatten
Kurt Waldheim war von 1986 bis 1992 österreichischer Bundespräsident. Allerdings konnte er sich nie aus dem Schatten der im Wahlkampf gegen ihn aufgetauchten Vorwürfe wegen seiner Rolle während des Zweiten Weltkriegs lösen.
Sinowatz: "Nur sein Pferd war bei SA"
Mitten im Wahlkampf wurde Waldheims Wehrstammkarte veröffentlicht. Daraufhin beherrschte die Frage, ob Kurt Waldheim Mitglied bei der SA war oder nicht und welche Rolle er während der Nazi-Zeit spielte, die öffentliche Debatte.

Waldheim bestritt immer, SA-Mitglied gewesen zu sein. Der ehemalige Kavallerist hatte während der Nazi-Zeit für Ausritte Pferde eines Reitstalls, der unter Kontrolle der SA stand, genutzt.

"Nehmen wir also zur Kenntnis, dass nicht Waldheim bei der SA war, sondern nur sein Pferd" - diese Reaktion des damaligen Bundeskanzlers, des Burgenländers Fred Sinowatz (SPÖ) machte damals die Runde.
Prozessflut mit Folgen
Fred Sinowatz, der nach der Wahl Waldheims als Bundeskanzler zurücktrat, wurde vorgeworfen, die "Waldheim-Affäre" überhaupt erst ins Rollen gebracht zu haben. Dagegen wollte sich Sinowatz vor Gericht wehren.

Doch Sinowatz hatte die Rechnung ohne die burgenländische SPÖ-Politikerin Ottilie Matysek gemacht: Sie präsentierte die Mitschrift einer Parteisitzung, die Sinowatz schwer belastete. Er soll laut Matysek in dieser Sitzung über die "braune Vergangenheit Waldheims" gesprochen haben.

Es folgte eine wahre Prozessflut: Letztendlich wurde Sinowatz, der diese Aussage immer bestritten hatte, wegen Falschaussage verurteilt.
Öffentliche Debatte
Die "Waldheim-Affäre" löste eine öffentliche Debatte über den Umgang Österreichs mit seiner Vergangenheit aus.
Reaktion auf den Tod Waldheims:
Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Steindl (ÖVP) bezeichnete Waldheim in einer ersten Reaktion als "großen Sohn Österreichs", der vor allem in seiner Tätigkeit als UNO-Generalsekretär die Weltpolitik mitgeprägt habe.
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