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MI | 11.04.2012
Johann Tschürtz. (Bild: APA)
JOHANN TSCHÜRTZ
Amtierender Parteichef wirbt um blaue Basis
Nach einer Reihe von innerparteilichen Querelen - vor allem rund um den Parteiausschluss von Manfred Kölly, wirbt der FPÖ-Obmann Johann Tschürtz beim Sonderparteitag am 6. März um das Vertrauen der blauen Basis.
Kampfabstimmung gegen Vor-Vorgänger
Mit der Kampfabstimmung gegen seinen Vor-Vorgänger Wolfgang Rauter wollle er vor allem wieder Ruhe in die FPÖ bringen, hatte Tschürtz im Vorfeld des Parteitages mehrfach betont.

Für den Fall seiner Bestätigung als Obmann hat Tschürtz angekündigt, dass er in der FPÖ "für Ordnung sorgen" werde.
Johann Tschürtz. (Bild: APA)
Geboren in Eisenstadt
Johann Tschürtz wurde am 12. Dezember 1959 in Eisenstadt geboren. Er ist verheiratet mit seiner Frau Marlene, hat einen Sohn und eine Tochter.

Nach einer Schlosserlehre besuchte er die Polizeischule in Wien, ab 1981 war er als Exekutivbeamter tätig. In seiner Zeit beim Bundesheer absolvierte Tschürtz auch einen Einsatz als UN-Soldat auf den Golanhöhen.
Ortsparteigründung
Sein Engagement bei den Freiheitlichen ist vor allem mit zwei Namen - Jörg Haider und dem langjährigen burgenländischen FPÖ-Chef und nunmehrigen Gegenkandidaten Wolfgang Rauter - verbunden. 1992 gründete Tschürtz in seiner Heimatgemeinde Loipersbach eine FPÖ-Ortspartei und leistete auch als Bezirksobmann von Mattersburg Aufbauarbeit.
Landesgeschäftsführer
Im Juli 1996 übernahm er die Agenden des Landesgeschäftsführers, im November 1997 zog Tschürtz in den Landtag ein. Nach dem für die FPÖ ungünstigen Ausgang der Landtagswahl 2000, bei der die Freiheitlichen ihren Landesrat und einen Sitz im Landtag verloren, erhielt er das Mandat von Wolfgang Rauter, der sich damals aus der Politik zurückzog.
Obmann
Im Mai 2002 wurde Tschürtz zum Obmannstellvertreter der burgenländischen Freiheitlichen gewählt. Mit dem Rückzug von Stefan Salzl von der Parteispitze wurde er zunächst geschäftsführender Obmann. Am 16. Jänner 2005 kürte ihn der Landesparteitag in Eisenstadt mit 91,9 Prozent zum neuen FPÖ-Chef und Spitzenkandidaten für die Landtagswahl.

Die Freiheitlichen brachen nach den Turbulenzen um die Abspaltung des BZÖ bei der Wahl 2005 im Burgenland von 12,6 auf 5,8 Prozent ein, schafften aber den Einzug in den Landtag. Im August 2006 - bereits nach der Parteispaltung - wurde Tschürtz mit 84 Prozent als Obmann bestätigt.

Bei der Nationalratswahl im Vorjahr legten die Freiheitlichen unter seiner Führung nach dem Absturz von 2002 (von 21 auf 6,7 Prozent) wieder auf 8,7 Prozent zu.
Auf Strache-Kurs
Nach der Abspaltung des BZÖ im April 2005 trug Parteiobmann Tschürtz durch eine rasche Entscheidung, den Kurs von Heinz Christian Strache mitzutragen, dazu bei, ein Auseinanderbrechen der Landespartei an der Basis zu verhindern.

Strache gab ihm jüngst seinerseits Rückendeckung im parteiinternen Konflikt im Burgenland.

"Heimat- und Kontrollpartei"
Politisch bemühte sich Tschürtz stets darum, auch in schweren Zeiten loyal zur Bundespartei zu stehen und freiheitliche "Kernthemen" zu besetzen. Er formulierte beharrlich den Anspruch der FPÖ als "soziale Heimat- und Kontrollpartei".
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