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MI | 11.04.2012
Wolfgang Rauter. (Bild: ORF)
WOLFGANG RAUTER
Von der Richterbank wieder in die Politik?
Nach sechs Jahren Abstinenz von der Landespolitik will es der frühere FPÖ-Chef Wolfgang Rauter noch einmal wissen: Der 53-jährige Richter tritt gegen den amtierenden Obmann Johann Tschürtz an.
Kampfabstimmung
Wolfgang Rauter, Richter im Landesgericht Eisenstadt, hatte zuletzt am politischen Stil in der FPÖ Kritik geübt und den daraufhin von Parteichef Tschürtz medial geworfenen Fehdehandschuh aufgegriffen.

Am FPÖ-Sonderparteitag am 6. März kommt es zur Kampfabstimmung zwischen Tschürtz und Rauter.

Wichtiger als das persönliche Abschneiden sei für ihn die Zeit nach dem Parteitag, hatte er dabei betont.
Wolfgang Rauter. (Bild: ORF)
Geboren im Südiran
Wolfgang Rauter wurde am 11. Jänner 1954 im südiranischen Khorramshar als Sohn des Arztes Leonhard Rauter und dessen Frau Maria, einer gebürtigen Italienerin, geboren. Er verbrachte die ersten fünf Jahre in Äthiopien. Dann übersiedelte die Familie nach Eisenstadt.

Nach der Matura studierte Rauter in Wien Rechtswissenschaften, 1977 promovierte er. 1981 wurde er zum Richter ernannt, von 1982 an war er am Landesgericht Eisenstadt tätig.
Quereinsteiger und Spitzenkandidat
1987 wurde er als Quereinsteiger FPÖ-Spitzenkandidat für die Landtagswahl und zog mit zwei weiteren Abgeordneten ins Landesparlament ein.

Der Versuch, damals schon Schwarz-Blau im Burgenland zu installieren, scheiterte bereits in der konstituierenden Sitzung des Landtages, in der vermutlich ein Freiheitlicher völlig überraschend dem Sozialdemokraten Hans Sipötz mit der entscheidenden 18. Stimme zum Landeshauptmann verholfen hatte.
Parteichef
1988 wurde Rauter Parteichef der Landes-Blauen. Obwohl er parteiorganisatorisch fast bei Null beginnen musste, gelang es ihm, aus einer eher kleinen Gruppe freiheitlich Gesinnter eine Partei zu formen. Dabei ging es nicht immer ohne Streit ab, sodass Rauter mehrmals dem Rücktritt nahe war.
Landesrat und Klubchef
Nach der Landtagswahl 1996, bei der die FPÖ fünf Mandate und damit auch einen Regierungssitz erobert hatte, zog Rauter als FPÖ-Landesrat in das Regierungskollegium ein, blieb aber nur bis 1997.

Mit einem Minimum an Kompetenzen und seinen Mini-Budget unzufrieden, überließ Rauter den Landesrats-Posten Gabriel Wagner und kehrte als Abgeordneter in den Landtag zurück.

Im Landesparlament etablierte sich Rauter, nunmehr Klubchef, als blendender Redner. Seine große Stunde schlug als Aufdecker im Bank-Burgenland-Skandal. Als er dann auch noch den Vorsitz im Untersuchungsausschuss des Landtages übertragen bekam, konnte er seine Erfahrung als Parlamentarier und seine Praxis als Richter voll ausspielen.
Ablöse durch Salzl
Wenige Tage nach der FPÖ-Niederlage bei der Landtagswahl 2000 erhob der damalige Parteiobmann Stefan Salzl den Anspruch auf die Klubführung und fand dabei in FPÖ-Bundesobfrau Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer eine Befürworterin.

Rauter legte sein Landtagsmandat nieder und kehrte in den Richterberuf zurück. Den frei werdenden Sitz erhielt damals der nunmehrige Parteichef Tschürtz.

Seltene politische Wortmeldungen
Zu politischen Themen meldete sich der 53-Jährige seither - bis vor kurzem - nur eher selten öffentlich zu Wort: Den Ausschluss Jörg Haiders aus der FPÖ bezeichnete Rauter allerdings als "riesigen Fehler": So gehe man einfach "mit dem erfolgreichsten FPÖ-Politiker nicht um".
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