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MI | 11.04.2012
WBO-Prozess. (Bild: ORF)
HISTORISCHER RÜCKBLICK
25 Jahre nach dem WBO-Skandal
Vor 25 Jahren platzte ein politische Bombe: Der so genannte WBO-Skandal. Die Wohnbaugenossenschaft Ost (WBO) wurde durch die Machenschaften ihres Managments in den Ruin getrieben.
In Ruin getrieben
Der WBO-Skandal ist einer der größten Fälle von Wirtschaftskriminalität in der Zweiten Republik. Die Wohnbaugenossenschaft, die im ganzen Land Häuser und Wohnungen baute, wurde durch die Machenschaften ihres Managments in den Ruin getrieben.

WBO-Obmann Ernst Rauchwarter verwendete Gelder der WBO missbräuchlich, wie sich herausstellte. Rauchwarter war auch ÖVP-Landtagsabgeordenter, wodurch der Fall auch eine brisante politische Dimension erhielt.
Schadensausmaß wurde nie bekannt
Der wirtschaftliche Schaden wurde damals grob auf 500 Millionen Schilling geschätzt. Das genaue Schadensausmaß konnte nie ermittelt werden.
Luxuriöser Lebensstil fiel auf
Schon Ende der 70er-Jahre war gemunkelt worden, dass in der WBO etwas nicht in Ordnung sein könnte.

Obmann Ernst Rauchwarter fiel durch einen luxuriösen Lebensstil auf, gründete eine Reihe von Firmen und verwendete dafür eben WBO-Geld, wie sich später herausstellte.
Kulanzlösungen für Siedler
Die mehr als 1.000 Siedler überstanden die Affäre unbeschadet, weil die Banken als Großgläubiger zu Kulanzlösungen überredet werden konnten.
Sauerzopf: "Es war die Zeit der Macher"
Der damalige ÖVP-Landesparteiobmann Franz Sauerzopf, so wie Rauchwarter aus dem Bezirk Mattersburg, antwortet heute auf die Frage, ob ihn der Lebensstil seines Parteifreundes damals nicht aufgefallen ist: "Ich habe ihm diesbezüglich auch Vorwürfe gemacht. Er hat geantwortet, er sei tüchtig und man könne Geld machen, das Geld liege auf der Straße".

"Das war damals die Zeit dieser Macher. Viele haben das bewundert. Ich habe das eher abgelehnt und nicht genau hingesehen. Das ist meine Schuld und ich habe ja auch die politische Verantwortung übernommmen".
Sauerzopf trat zurück
Franz Sauerzopf trat damals auf Grund des öffentlichen Drucks zurück. Die Vorerhebungen gegen ihn wurden eingestellt und er kehrte drei Jahre später wieder in die Politik zurück.
Kompliziertes Netzwerk
Ernst Rauchwarter war kein Einzeltäter, sondern Mittelpunkt eines komplizierten kriminellen Netzwerkes. Insgesamt wurde in einem langwierigen Verfahren gegen rund 60 Personen ermittelt, 18 wurden rechtskräftig verurteilt.

Ernst Rauchwarter verbrachte sechs Jahre in Haft, lebt heute in Wien und war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
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