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MI | 11.04.2012
Silvia Fuhrmann. (Bild: ORF)
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Silvia Fuhrmann "Im Gespräch"
Silvia Fuhrmann aus Weiden am See ist 25 Jahre jung, Nationalratsabgeordnete und Obfrau der jungen ÖVP. Themen "Im Gespräch" waren Politik, Privatleben und ihr legendärer "Wurstsemmel"-Sager.
Kontruktive Atmosphäre
In einer Verhandlungspause der Koalitionsgespräche nahm Silvia Fuhrmann im ÖVP-Parlamentsklub zu ihrer Person, ihrer Politik und dem Wurstsemmelsager "Im Gespräch" mit Chefredakteur Walter Schneeberger Stellung.

Die Atmosphäre bei den Verhandlungen sei eine konstruktive und angenehme, so Silvia Fuhrmann. Beide Seiten würden versuchen, so rasch wie möglich zu einen Ergebnis zu kommen. Das Thema "Große Koalition" sei auch im ÖVP-Klub im Burgenland diskutiert worden.
"Der Diskussion stellen"
"Franz Steindl und ich sitzen beide im Parteivorstand und haben dort auch die Meinung wiedergegeben, dass die ÖVP im Burgenland das sehr kritisch sieht. Wir haben uns dennoch auf die Verhandlungen eingelassen, weil wir gesagt haben, erstens heißt das noch lange nicht, dass das Ergebnis ein positives sei und die große Koalition rauskommt und zweitens muss man sich zumindest der Diskussion stellen. Und das tun wir jetzt auch", so Fuhrmann.
Silvia Fuhrmann und Walter Schneeberger. (Bild: ORF)
Familie, Frauen, Jugend
Die Ziele, die sie durchsetzen wolle, lägen in den Bereichen Familie, Frauen und Jugend, so Fuhrmann. Die Jugendpolitik sei ihr Steckenpferd, sagte die 25-Jährige.
Führerschein und Jugendbeschäftigung
"Wir wollen eine Reform der Führerschein-Ausbildung haben mit dem Ziel der gestärkten Verkehrssicherheit. Auf der anderen Seite aber auch eine Preisreduktion. Jugendbeschäftigung ist eines der zentralen Anliegen, wo es darum geht, dem Ziel, bis 2010 Vollbeschäftigung zu haben, nachzukommen", so Fuhrmann.
Thema Wahlaltersenkung
Die Bundespartei ist gegen eine Wahlaltersenkung auf Bundesebene, die ÖVP Burgenland hingegen ist für Wählen ab 16, Silvia Fuhrmann spricht von einer schrittweisen Entwicklung.
Schrittweise zur Wahl
"Ich vertrete die Jugend und die Junge ÖVP sieht das auch so. Wir sind immer dafür eingetreten, das schrittweise zu tun. Gemeindebene, Landesebene - im Burgenland ist das ja erfolgreich von statten gegangen - und meiner Meinung nach steht nichts im Wege, das auch auf Bundesebene zu tun. Unser Ziel aus dem Burgenland ist es einmal, die Bundespartei auf Linie zu bringen", so Fuhrmann.
Divergenzen bei Wiederwahl
Eine Divergenz mit dem Burgenland gab es auch, als Silvia Fuhrmann zur Vorsitzenden der Jungen ÖVP wiedergewählt wurde. Die burgenländische Junge ÖVP war dagegen. Das sei auf persönliche Ressentiments zurückzuführen, so Fuhrmann.
Bereinigte Probleme
"In der Schülervertretung gibt es schon mal die eine oder andere Streiterei. In dem Fall hat es zwei Personen betroffen, die jetzt an der Führungsspitze sind - ich auf Bundesebene, der Landesobmann auf Landesebene. Die sind aber mittlerweile bereinigt und wir können sehr konstruktiv zusammenarbeiten", so Fuhrmann.
Grundsätze nicht aufgeben
Natürlich gebe es auch Situationen, in denen man sich persönlich angegriffen fühle und sich frage, wo Fehler passiert seien, sagt die junge Politikerin, die meist sehr tough auf ihre Umwelt wirkt. Das Wichtige in der Politik sei, seine Grundsätze und Ideale nicht aufzugeben, danach versuche sie zu leben, erklärte Fuhrmann.

Aufsehen mit Wurstsemmel-Sager
Ihr berühmter Wurstsemmel-Sager sorgte bundesweit und auch international für Aufsehen.

Es ging damals darum, dass die Durchschnittspension um zehn, elf Euro gekürzt werden sollte. "Das sind ja nicht einmal drei Wurstsemmeln", meinte Fuhrmann damals. Leid tue ihr dieser Ausspruch nicht, sagt sie heute.
Morddrohungen
"Sehr oft sagt man in Metaphern Dinge, die einem aus der Emotion heraus über die Lippen kommen. Bei vielen anderen Menschen ist es kein Problem, in der Politik ist es eines, das nehme ich zur Kenntnis. Aber es hat zumindest eines erreicht, nämlich, dass die Diskussion entfacht wurde. Und dementprechend bin ich auch inhaltlich zufrieden mit dem was war. Es gab damals sogar böse Leserbriefe in Medien, die bis zu Morddrohungen gingen, wo man sich dann schon persönlich angegriffen fühlt. Aber daraus lernt man auch viel", so Fuhrmann.
Der Weg nach der Politik
Silvia Fuhrmann steht derzeit vor dem Abschluss ihres Studiums - Psychologie und Publizistik. Ihr Interesse gilt der Wirtschaftspsychologie, die Arbeit an der Schnittstelle Personalmanagement - Organisationsentwicklung.

Für die Zeit nach der Politik könne sie sich diesen Weg in die Privatwirtschaft sehr gut vorstellen.
Laufen, kochen, Familie und Freunde
Für den körperlichen Ausgleich zur Politik geht Silvia Fuhrmann gerne laufen, wenn Zeit bleibt, kocht sie. Ansonsten verbringt die junge Weidenerin ihre Zeit gerne mit ihrer Familie und ihren Freunden. "Ich glaube, dass das auch die Basis ist, die einen auffängt und die guten und schlechten Zeiten miteinander teilt und das bedarf auch Zeit, die man einander geben muss", so Fuhrmann.
Spaß an der Politik
Für eine eigene Familie sei mit 25 Jahren noch Zeit, so Silvia Fuhrmann, einen Partner gebe es, man werde sehen.

Sie wolle so lange in der Politik bleiben, wie es ihr Spaß mache und so lange sie das Gefühl habe, etwas bewegen zu können.
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