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MI | 11.04.2012
Wirtschaftskammerpräsident Peter Nemeth. (Bild: ORF)
EISENSTADT
Bürgermeister Nemeth legt Amt zurück
Der Eisenstädter Bürgermeister Peter Nemeth (ÖVP) legt mit Jahresende sein Amt zurück. Das ist am Montagabend in einer ÖVP-internen Sitzung in Eisenstadt bekannt gegeben worden.
Fraunschiel soll nachfolgen
Vizebürgermeisterin Andrea Fraunschiel (ÖVP) soll dem scheidenden Peter Nemeth nachfolgen. Sie wird die erste Bürgermeisterin der Landeshauptstadt, aus dem Landtag scheidet sie in weiterer Folge aus.

Aus privaten Gründen
Nemeth nennt private Gründe für diesen Wechsel, er will mehr Zeit für seine Familie haben. Den Bürgermeistersessel verlässt Nemeth mit Jahresende, also in sechs Wochen.
Zeit für Familie
"Es sind ausschließlich private Gründe. Es ist ganz einfach gesagt, ich möchte mehr Zeit haben für die Menschen, denen ich besonders zu Dank verpflichtet bin. Und das ist der engste Familienkreis und sonst niemand. Und es würde mir sicher eines Tages leid tun, hätte ich diese Chance oder diese Zeit nicht genutzt", so Nemeth.
Als Repräsentantin
Im Jänner 2002 hatte Peter Nemeth das Bürgermeisteramt von seinem langjährigen Vorgänger Alois Schwarz übernommen.

In den vergangenen Monaten allerdings hatte Andrea Fraunschiel bereits immer mehr Repräsentationsaufgaben übernommen. Für viele war das bereits ein Anzeichen dafür dass Nemeth nicht mehr kandidieren wird.

Stadtparteiobmann und WK-Präsident
Der 51-jährige Unternehmer bleibt aber Stadtparteiobmann, Wirtschaftsbundobmann und Wirtschaftskammerpräsident. Auf die Frage, ob ihn eine Funktion ihn der Landespolitik tatsächlich gar nicht mehr interessiere, sagt Nemeth:
Spannend
"Ich denke, 2010 sind Landtagswahlen und es wird sicherlich sehr spannend sein", so Nemeth
Einstimmig für Fraunschiel
Formell fixiert wird der Bürgermeisterwechsel im Jänner, dann wird Andrea Fraunschiel im Gemeinderat gewählt.

Für die ÖVP mit der absoluten Mehrheit von 19 Mandaten geht das im Gemeinderat problemlos. Die ÖVP-Gremien haben sich auch bereits einstimmig für Fraunschiel ausgesprochen.

Die 51-jährige Eisenstädterin wird die erste Bürgermeisterin der Landeshauptstadt, ob es einen Unterschied im politischen Kurs Nemeth - Fraunschiel geben wird beantwortet sie so:
Anderer Zugang, gleiche Linie
"Es ist natürlich so, dass jeder einen bisschen anderen Zugang hat, aber wir haben ja sehr erfolgreich zusammen gearbeitet und die großen Linien werden weiter fortgeführt", so Fraunschiel.
Ausscheiden aus Landtag
Fraunschiel wird aus dem Landtag als Abgeordnete ausscheiden, um sich ganz auf ihre Arbeit als Bürgermeisterin zu konzentrieren, wie sie sagt.

Wer ihr im Landtag folgt, steht noch nicht fest. Der Nächste auf der ÖVP-Liste wäre Paul Fasching aus Oggau .
Reaktionen
Die Entscheidung, Andrea Fraunschiel zur Nachfolgerin des Eisenstädter ÖVP-Bürgermeisters Peter Nemeth zu machen, betrachtet die SPÖ mit Skepsis. Fraunschiel habe als Landtagsabgeordnete stets Parteiinteressen vor Landesinteressen gestellt, sagt SPÖ-Vizebürgermeister Heinz Mock. Er bezweifle, dass Fraunschiel als Bürgermeisterin von dieser Linie abgehen werde.

Die FPÖ begrüße es, dass Eisenstadt wieder ein hauptamtliches Stadtoberhaupt bekomme, sagt Stadtparteiobmann Geza Molnar, die FPÖ werde Fraunschiel ausschließlich an ihren Taten messen.

Und die Eisenstädter Grünen sehen den Rücktritt Nemeths als Chance für eine Richtungsänderung in der ÖVP. Die Grünen freuen sich, dass mit Fraunschiel eine Frau an der Spitze der Eisenstädter Politik stehe, sagt Gemeinderätin Yasmin Dragschitz.
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