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MI | 11.04.2012
Zimmer in der Geburtshilfeabteilung Güssing. (Bild: ORF)
VERLAGERT
Aus für Geburtenstation Güssing
Die Geburtenstation des Krankenhauses Güssing wird ins Krankenhaus Oberwart verlegt. Das ist eine Folge des Ende Juni beschlossenen Österreichischen Strukturplans Gesundheit. Der Grund: Es gab zu wenig Geburten.
Mindestens 365 Geburten pro Jahr
Ärzte und Hebammen brauchen Routine und Praxis, um die Sicherheit für Mutter und Kind auch bei schwierigen Geburten zu gewährleisten: Das ist erst bei mindestens 365 Geburten pro Jahr in einem Krankenhaus der Fall, schreibt der neue Österreichische Strukturplan Gesundheit vor.
235 Kinder in Güssing
Aber im Spital in Güssing kamen in den vergangenen Jahren durchschnittlich nur 235 Kinder zur Welt.
Konsequenzen
Jetzt gibt es die Konsequenzen - auch wenn die Geburtenabteilung Güssing einen guten Ruf hat und es bisher noch zu schwerwiegenden Problemen kam, sagt Gesundheitslandesrat Peter Rezar (SPÖ).
Keine Alternative
"Wir sind gezwungen, die Geburtenabteilung an die Geburtshilfliche Abteilung des Schwerpunktkrankenhauses Oberwart zu verlagern. Wir halten dort eine Schwerpunktversorgung vor, die auch eine Kinderabteilung führt und die eine Frühgeborenen-Überwachungsstation vorhält, so dass es in Oberwart eine optimale Sicherheit für Mutter und Kind gibt. Es gibt leider zu dieser Vorgangsweise keine Alternative", so Rezar.
Zur Geburt nach Oberwart
Alle gynäkologischen Leistungen und die Geburtsvorbereitung werden vom Krankenhaus Güssing zwar weiterhin angeboten, aber zur Geburt müssen die Schwangeren dann ins Krankenhaus Oberwart.

Für die Mitarbeiter der Geburtenabteilung Güssing gibt es eine Arbeitsplatzgarantie, ein Grundpersonalstock soll weiter in Güssing bleiben.
Verlagerungen von Hebammen
"Aber es wird auch Verlagerungen geben, wen beispielsweise eine Hebamme südlich von Güssing wohnt, wird es vernünftig sein, sie weiterhin am Standort Güssing zu beschäftigen, wenn sie zwischen Oberwart und Güssing beheimatet ist, wird man ihr möglicherweise das Angebot unterbreiten, künftig am Standort in Oberwart tätig zu sein", so Rezar.
Verlagerung
Die Geburtenabteilung Güssing wird mit Ende des Jahres geschlossen und nach Oberwart verlagert. Andere ähnlich gravierende Umstrukturierungen der Krankenhäuser seien derzeit nicht geplant, sagte Rezar.
Reaktionen
ÖVP-Nationalratsabgeordneter Franz Glaser bezeichnet das Aus für die Geburtenstation als Anschlag auf die Versorgung der Bevökerung im ländlichen Raum. Dadurch würden die Bezirke Güssing und Jennersdorf zu Regionen zweiter Klasse abgewertet, sagt Glaser.

Kritik kommt auch von FPÖ-Landtagsabgeordenter Ilse Benkö, sie verlangt den Weiterbestand der Geburtenabteilung im Krankenhaus Güssing, dezentrale Einheiten müssten erhalten bleiben, sagt Benkö.
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