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MI | 21.03 | 16:17
"Dirndl" (Bild: ORF)
Wiegeles gesunde "Dirndl"
Dirndl können gesund sein, meint Miriam Wiegele: Denn die Früchte der Kornelkirsche werden auch "Dirndl" genannt. Jetzt kann man sie ernten und zu gesunden Säften oder Marmeladen verarbeiten.
Viele Namen
Die Kornelkirsche zählt zu den Hartriegelgewächsen und da sie gelb blüht, wird sie manchmal auch Gelber Hartriegel genannt. Der Name Hartriegel verweist auf des besonders harte Holz dieser Gewächse.

"Der Name Kornelkirsche oder Kornelle kommt vielleicht von den länglichen kornähnlichen Kernen. Dirlitzen oder Dirndl nennt man vor allem die Früchte des Strauches, der natürlich mit den Kirschen nichts zu tun hat", so Wiegele.
"Dirndl" (Bild: ORF)
Die Kornelkirsche wächst an sonnigen Hängen oder lichten Waldrändern. Ihre zarten gelben Blüten erscheinen noch vor den Blättern ab Anfang März und zählen damit zu den frühesten Blüten, weshalb die Kornelkirsche eine wichtige Bienennährpflanze ist. Ab Mitte August reifen die glänzend roten Früchte, die bis zwei Zentimeter groß werden.
Für "Naschhecken"
Es gibt auch Auslesen wie die Sorte "Jolico", die in Österreich in einem botanischen Garten gefunden wurde und nun in Baumschulen angeboten wird. Sie eignet sich ganz besonders dafür, in "Naschhecken" mit essbaren Früchten im eigenen Garten gepflanzt zu werden.
Schon lange als Heilmittel in Gebrauch
Als Heilmittel gegen die verschiedensten Gebrechen waren die Kornelkirschen früher durchaus gebräuchlich. Vor allem Hildegard von Bingen schätzte sie: "Und die Frucht dieses Baumes...reinigt und stärkt den kranken und auch den gesunden Magen, sie nützt dem Menschen für die Gesundheit." Und so betrachtete man Fructus corni, also die Frucht der Kornelkirsche, noch bis ins 18. Jahrhundert als Heilmittel.

Italien und Volksmedizin
In Italien finden sich die "Dirndl" auch heute noch in den Heilpflanzenbüchern. Allerdings wird vor allem die Rinde und die Blätter verwendet, die Gerbstoffe enthalten. Als Tee nutzt man diese gegen Durchfall. Die Früchte werden zu Saft verarbeitet und ebenfalls, vor allem bei Kindern, gegen Durchfall genutzt. In unserer heimischen Volksmedizin nutzt man ebenfalls das Fruchtmark der "Dirndl" bei Fieber und Durchfall, aber auch bei Halsentzündungen.
"Dirndl" (Bild: ORF)
Die "Dirndlfrüchte" zeichnen sich durch einen besonders hohen Gehalt an Vitamin C aus, der dem der Zitrone entspricht (60- 125 mg/100g), dazu heilkräftige Farbstoffe wie Anthocyane mit antioxidativer Wirkung, sowie viele Fruchtsäuren und Pektin, die gut für die Verdauung sind. Natürlich sind sie auch besonders reich an Mineralstoffen wie Kalium, Kalzium oder Eisen und Spurenelementen.
Gelee, Marmelade, Likör
Heute besinnt man sich schön langsam wieder dieser delikaten Frucht und bietet sie vor allem als Marmeladen und Gelees mit beeindruckender Farbe und einem unvergleichlichen Aroma mit einem fein säuerlichem Geschmack an. Natürlich kann man die Dirndln auch zu einem feinen Likör ansetzen.

Will man selber Gelee aus den reifen Dirndln machen, sollte man sie mit etwas Wasser kochen, den Saft abseihen, zuckern und mit Pektin zu einem Gelee verarbeiten. Schmeckt nicht nur zu Süßspeisen, sondern auch hervorragend zu Wildgerichten.

Will man "Dirndl" wie Oliven verwenden, muss man sie unreif , also grün bis hellrot, pflücken. Man kann sie verarbeiten, indem man sie mit heißer Salzlake übergießt oder in Essig einlegt.
Achtung
Will man Kornelkirschen selber ernten, muss man ständig die reifen "Dirndl" abzupfen, die leider nicht immer zur gleichen Zeit reif werden. Wenn sie abfallen, beginnen sie schnell zu schimmeln. Manche Gartenbesitzer legen Tücher aus, um die Früchte, die abfallen, täglich einsammeln zu können.
"Radio Burgenland am Vormittag"; 23.8.11