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MI | 21.03 | 16:17
Sänger (Bild: ORF)
Opernwerkstatt rund um Jennersdorf
Rund um die Bezirkshauptstadt Jennersdorf entsteht in den letzten Jahren so etwas wie ein sommerliches Zentrum für den Operngesang. Eine richtige Opernwerkstatt auf dem Land ist dort entstanden.
Vom Wettbewerb bis zur Kinderoper
Neben den Aufführungen auf Schloss Tabor gibt es die Meisterkurse für junge Sängerinnen und Sänger, den Sinopoli-Gesangswettbewerb und für den Nachwuchs dann Anfang September die Kinderoper-Produktionen.

Die Opernwerkstatt auf dem Land hat der aus Grieselstein stammende Tenor Dietmar Kerschbaum in den letzten Jahren aufgebaut.
Start mit 250 Plastiksesseln
Am Anfang stand eine konzertante Aufführung der Zauberflöte, vor einer improvisierten Zuschauertribüne mit 250 Plastiksesseln.

Mittlerweile verfügt der Spielort in Neuhaus am Klausenbach über einen professionellen Orchestergraben, die nötige technische Ausstattung und 900 der EU-Norm entsprechende Sitzplätze.
Oper auf Schloss Tabor (Bild: ORF)
Dietmar Kerschbaum. (Bild: ORF)
"Ein bisschen verewigen"
Diese Entwicklung macht "J:opera"-Intendant Dietmar Kerschbaum mächtig stolz. "Da konnte ich mich auch ein bisschen verewigen. Das ist schon etwas Schönes, auch für die Gegend", sagt Kerschbaum. Denn auch die Region rund um Schloss Tabor hat von den Kulturveranstaltungen profitiert.
Große Namen
Beethovens Fidelio stand bei "J:opera" in Neuhaus am Klausenbach schon auf dem Programm, Donizettis Liebestrank, oder Haydns "Welt auf dem Monde". Seit 2006 fungiert die Junge Philharmonie Brandenburg als Opernorchester, unter Dirigenten wie Sebastian Weigle, Rudolf Bibl oder Julia Jones. Volks- und Staatsopernmitglieder wie Kerschbaums Ehefrau Renate Pitscheider oder Walter Fink verbringen regelmäßig einen Teil des Sommers auf der Bühne von Schloss Tabor, und auch der Intendant selbst verkörperte hier einige seiner Paraderollen, zum Beispiel den Wenzel in Smetanas komischer Oper "Die verkaufte Braut".
Einige Entdeckungen
Immer wieder versucht Dietmar Kerschbaum auch, Nachwuchssängerinnen und -sängern Auftrittsmöglichkeiten bei seinem Festival zu bieten - und er kann sich schon einiger Entdeckungen rühmen. Wie etwa der Entdeckung von Counter-Tenor Thomas Lichtenecker, dersüdburgenländische Wurzeln hat. Er war 2009 bei "J:opera" als Graf Ernst Olaf in Haydns "Welt auf dem Monde" zu hören.
Erste Regiearbeit geriet erotisch
Kerschbaum hat heuer bei "J:opera auch seine erste Regiearbeit abgeliefert. Am 4. August war Premiere von Mozarts "Entführung aus dem Serail", in einer erotisch-romantischen Version, die die Kraft der standhaften Liebe betont. Das Inszenieren war für Kerschbaum eine völlig neue Erfahrung.
Entführung aus dem Serail (Bild: ORF)
Workshops und Meisterkurse für Gesang
Besonders aufmerksam wurden die "J:opera"-Aufführungen von einer Gruppe junger Menschen verfolgt, deren Ziel es ist, auch bald in einer Oper agieren zu können.

Seit dem Vorjahr besteht eine Kooperation mit der Internationalen Sommerakademie der Musikuniversität Wien, in deren Rahmen Workshops und Meisterkurse für Gesang in Jennersdorf abgehalten werden. Ziel ist die praxisnahe Vorbereitung auf künftige Engagements für Studierende oder Absolventen von Musikuniversitäten aus der ganzen Welt.
Susanne Großsteiner (Bild: ORF)
Wettstreit der Talente
Ihre Strahlkraft konnten die jungen Sängerinnen und Sänger im Lauf ihres Aufenthalts im Südburgenland in mehreren öffentlichen Konzerten, auch im nahegelegenen Schloss Grad in Slowenien, erproben.

Die Besten aus den Meisterkursen traten im Kongresszentrum Loipersdorf zum Wettstreit um den von "J:opera" ins Leben gerufenen Guiseppe Sinopoli-Preis an. Gewonnen hat die einzige österreichische Teilnehmerin: die Vorarlberger Sopranistin Susanne Großsteiner.

"Radio Burgenland Kultur"; 14.8.11