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MI | 21.03 | 16:19
Zwiebel (Bild: ORF)
Seltener Brauch: Zwiebelflechten
Im Gemeindewappen der Ortschaft Riedlingsdorf ist eine Zwiebel abgebildet. Die Zwiebel hat in der Gemeinde einen hohen Stellenwert, aber auch die aus ihr verarbeiteten Produkte. Als Beispiel gelten die geflochtenen Zwiebelzöpfe.
Vom Zwiebelanbau bis zum Zopf
Vom Zwiebel bis zum fertigen Zopf ist es ein langer Weg. Und die "Zwieblerinnen" aus Riedlingsdorf sind von der Aussaat bis zum Flechten dabei.

Die Riedlingsdorfer Frauen bauen die Zwiebeln im Frühling an, pflegen die Zwiebelpflanzen und ernten später die fertigen Lauchpflanzen. Die Zwiebeln, die nicht gegessen werden, werden in Zwiebelzöpfen verarbeitet.

Stundenlang flechten die Riedlingsdorfer Frauen geduldig die Zwiebelzöpfe. Dafür benötigen sie biegsames, nasses Stroh, das nicht leicht brechen darf. Das Stroh wird entlang einer sieben Meter langen Schnur mit gleichmäßig großen Zwiebeln abwechselnd geflochten.
Zwiebelflechten (Bild: ORF)
Traditionspflege über Generationen
Brauchtum hat im Burgenland generell einen hohen Stellenwert. In Riedlingsdorf wird seit Generationen die Kunst des Zwiebelflechtens weitergegeben.

Die knapp 20 Zwiebelfrauen von heute haben es von älteren Flechterinnen gelernt und geben es bereits an die nächste Generation an jungen "Zwiebelflechterinnen" weiter. Somit soll der für geschichtsträchtige Brauch in der Gemeinde erhalten bleiben.
Ein Zwiebelhaus fürs große Fest
Wenn genügend Zwiebelzöpfe fertiggestellt sind entsteht daraus ein Zwiebelhaus für das große "Zwieflerfest" Ende September in Riedlingsdorf. Dort werden die einzelnen Zwiebelzöpfe dann verkauft.
"Zwieflerfest" in Riedlingsdorf
Das "Zwieflerfest" findet am 19. September ab 10.30 Uhr bei jeder Witterung am Dorfplatz in Riedlingsdorf statt.

"Radio Burgenland-Vormittag", 2.9.10