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MI | 11.04.2012
Zwei Tote beim Eistauchen (Bild: APA)
Tauchunfall
Zwei Tote beim Eistauchen
Nach dem Tauchunfall mit tödlichem Ausgang am Neufelder See wurden nun Details bekannt. Die beiden Taucher, die bei dem Unfall ums Leben kamen, waren mangelhaft ausgerüstet und fanden die Einstiegsstelle nicht mehr.
Loch durch Eisdecke
Die Männer - ein 31-jähriger Niederösterreicher aus Weigelsdorf (Bezirk Baden) und ein gleichaltriger Burgenländer aus Wimpassing an der Leitha (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) - starteten laut Rotem Kreuz Freitagnachmittag gegen 16.00 Uhr ihren Tauchgang.

Sie tauchten rund 40 Meter vom Ufer entfernt durch ein Einstiegsloch in der Eisdecke in den See ab.

Als die Männer gegen 18.00 Uhr noch immer nicht zurückkehrten, wurden sie von einer Angehörigen als vermisst gemeldet. Daraufhin wurde eine Suchaktion eingeleitet.
Kerzen an der Ungücksstelle. (Bild: ORF)
Taucher hatten kein Sicherheitsseil
Gegen 19.30 Uhr konnten beide aber nur noch tot aus dem See geborgen werden. Beide hätten den Tauchgang ohne Seil durchgeführt, hieß es von der Exekutive.
Nur Meter von "Ausstiegsloch" entfernt
Einsatzkräfte des Roten Kreuzes aus Ebenfurth sowie drei erfahrene Eistaucher der Tauchbasis am Neufelder See begannen mit der Suche, konnten die beiden Männer jedoch nur noch tot bergen, nur einige Meter vom "Ausstiegsloch" entfernt.
"Eine Flasche war leer"
"Einer der Taucher hatte noch rund 150 Bar in der Flasche. Das reicht normalerweise für eine längere Tauchzeit. Die Flasche des anderen Tauchers war leer", so Josef Schenkermayer vom Roten Kreuz Ebenfurth.
Ausrüstung war mangelhaft
Die Ausrüstung der Männer sei für die Verhältnisse nicht ausreichend gewesen, so Schenkermayer. "Sie hatten viel zu wenig Ausrüstung und nicht einmal eine Sicherheitsleine."

Ähnliches sagte auch Günter Lorenc, der am Neufelder See eine Tauchschule betreibt und bei der Suchaktion dabei war gegenüber dem ORF Burgenland. Die Männer seien ohne Sicherheits-Atemsystem getaucht.
"Wesentliche Dinge haben gefehlt"
"Für einen Eistauchgang haben wesentliche Dinge gefehlt. Neben der Sicherheitsleine auch ein komplettes zweites System. Das dient dazu, dass jeder ein seperates Sicherheistsystem hat, sollte eine Stufe vereisen", so Lorenc.
Spiegeleis
Auch die Witterung dürfte zu dem Unfall beigetragen haben. Das Eis auf dem Neufelder See ist spiegelglatt,auf dem eis liegt kein Schnee. Dieer Umstand dürfte die beiden Taucher zusätzlich irritiert haben.
"Kontrast fehlte"
Das Eis sei sehr transparent, so Lorenc, von unten ist es sehr hell, man sehe die Einstiegsstelle so nur sehr schlecht.

"Man muss sehr genau schauen, weil beim Blick von unten der Kontrast fehlt. Wenn Schnee auf dem Eis gelägen wäre, wäre es für die Taucher wesentlich leichter gewesen, die Einstiegsstelle zu sehen, da wirkt das Loch wie ein Scheinwerfer", sagte Lorenc.
Obduktion soll klären
Eine Obduktion soll die genauen Umstände des Unfalls klären, sagte Rot-Kreuz-Sprecher Ralph Schüller.
"Umfangreiche Ermittlungen"
Die Unglücksursache war vorerst nicht bekannt. Die Obduktion und "umfangreiche Ermittlungen" soll die weiteren Umstände des Unfalles klären. Das Vereisen der Atemregler ist ein hoher Risikofaktor bei Tauchgängen in extrem kalten Gewässern.
Angehörige betreut
Beide Todesopfer waren laut Exekutive Familienväter. Die Angehörigen wurden noch am Unglücksort vom Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut.
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