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MI | 11.04.2012
Synagoge Koberdorf (Bild: ORF)
KOBERSDORF
Synagogenstreit: Entscheidung für Verein
In einem seit Jahren geführten Rechtsstreit um die Synagoge in Kobersdorf gibt es eine Entscheidung: Der Erhaltungs-Verein bleibt Eigentümer, die Klage der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien wurde abgewiesen.
"Der Fall ist ausjudiziert"
Das Oberlandesgericht Wien hat die von der IKG Wien gegen den "Verein zur Erhaltung und kulturellen Nutzung der Synagoge" eingebrachte Klage auf Rückabwicklung des Verkaufes der Synagoge wurde abgewiesen, berichtete am Freitag der "Kurier" im Internet (Burgenland).

Ein Antrag der IKG auf Revision wurde vom Gericht abgelehnt.

"Die Entscheidung ist rechtskräftig, der Fall ist ausjudiziert. Es gibt nun kein Rechtsmittel mehr gegen das Urteil. Die Synagoge bleibt im Eigentum unseres Vereins", sagte dessen Obfrau Naama Magnus.
Vorgeschichte
Die Synagoge von Kobersdorf wurde 1860 erbaut. Während des Novemberpogroms 1938 verwüstet, überstand das Gebäude als eine der wenigen Synagogen in Österreich die Zeit des Nazi-Regimes. 1994 verkaufte die IKG die Synagoge an den Verein.

Rund um die Sanierung und die Einrichtung eines kulturellen Zentrums, beides laut IKG Auflagen für den Verkauf, kam es schließlich zum Rechtsstreit. Nachdem in erster Instanz die Kultusgemeinde recht bekommen hatte, entschied das Gericht in zweiter Instanz für den Verein.
Gebäude soll mit den zur verfügbaren Mitteln saniert werden.
Hoffen auf Subventionen
Man wolle nun das Gebäude mit den zur Verfügung stehenden Mitteln sanieren, so Magnus.

"Wir hoffen, dass wir die Subvention des Landes, die während der Dauer des Verfahrens ausgesetzt wurden, nun wieder erhalten", so Magnus. In der Synagoge solle es auch wieder Kulturveranstaltungen geben.
Innenraum bisher nicht renoviert
Seit dem Kauf 1994 wurde das Dach der Synagoge erneuert, außerdem wurden kleinere Sanierungsarbeiten etwa an den Fenstern vorgenommen. Der Innenraum, in dem in der Vergangenheit immer wieder Lesungen stattfanden, wurde bisher nicht renoviert.
IKG: Verfall wird weitergehen
"Damit wird der Verfall der Synagoge weitergehen. Es ist die letzte Synagoge in diesem Zustand, die noch steht", wird der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Ariel Muzicant, zitiert.
Museale Einrichtung fraglich
Nach der Ablehnung des Revisionsantrages der IKG sei unklar, ob die Kultusgemeinde eine museale Einrichtung zur Erinnerung an die sieben heiligen jüdischen Gemeinden des Burgenlandes, wie sie für Kobersdorf geplant gewesen sei, im Burgenland realisieren werde. sagte Muzicant.
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