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MO | 13.02.2012
Abpumpen (Bild: ORF)
WULKAPRODERSDORF
Nach Unwetter: Kritik an fehlendem Schutz
In Wulkaprodersdorf hat das große Aufräumen nach den Überflutungen begonnen. Die betroffene Bevölkerung stellt indessen immer deutlicher die Frage, warum es bisher keinen ausreichenden Hochwasserschutz gibt.
Rund 30 Keller unter Wasser
Etwa 30 Keller sind in Wulkaprodersdorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) am Sonntag unter Wasser gestanden. Der Schaden ist beträchtlich, waren doch viele der Keller fast wie Wohnräume ausgestattet.
Mann auf Sandsäcken (Bild: ORF)
Feuerwehrmann mit Besen (Bild: ORF) Größter Teil der Arbeiten abgeschlossen
Der größte Teil der Arbeit der Feuerwehr sei jetzt bereits abgeschlossen, sagte Feuerwehrkommandant Robert Csukovits.

"In den Höfen und Kellern wurde das Wasser ausgepumpt. Jeder räumt sich seinen Keller selbst zusammen. Die Schadenssumme kann ich nicht definieren."
Einige Rückhaltebecken müssten gebaut werden.
Land: Geeignete Grundstücke nicht vorhanden
Um ein hundertjähriges Hochwasser schadlos zu überstehen, müssten entlang der Wulka und des Hirmer Baches einige Rückhaltebecken gebaut werden.

Das könne Wulkaprodersdorf allein nicht bewerkstelligen, weil es die dafür geeigneten Grundstücke nicht hat, sagte Helmut Rojac von der Wasserbauabteilung des Landes. Rojac sieht in seinem Zuständigkeitsbereich jedenfalls keine Versäumnisse.

"Wir kümmern uns seit vielen Jahren um die Wulka. Wir haben jetzt erst anhand neuer Abflussuntersuchungsmethoden die Möglichkeit zweidimensional zu vermessen. Wir machen so Geländemodelle."
Falb-Meixner wies Kritik zurück
Landesrat Werner Falb-Meixner (ÖVP) wies die Kritik zurück, dass Geld für Hochwasserschäden 2009 nicht ausbezahlt worden seien. Für die Zukunft könne nur ein Verband für den Hochwasserschutz an der Wulka sorgen.
Angekündigt, alle anderen Gemeindeprojekte zurückzustellen.
Vizebürgermeister übt Kritik
Der Wulkaprodersdorfer Vizebürgermeister Helmut Schuster (SPÖ) hingegen meinte, die Wasserbauabteilung betreibe das Hochwasserschutzprojekt nicht mit dem nötigen Nachdruck.

Schuster kündigte an, alle anderen Gemeindeprojekte zurückzustellen und alles Leistbare ab sofort in den Hochwasserschutz zu investieren. Zu diesem Zweck sollen unter anderem Bäume gerodet, das Bachbett verbreitert und ein Rückhaltebecken am Hirmer Bach gebaut werden.
Zusammenarbeit mit Trausdorf möglich
Diesbezüglich hätten auch schon erste Vorgespräche mit dem Landwirtschaftsministerium stattgefunden: "Seitens des Ministeriums wurde betreffend der Umsetzung grünes Licht signalisiert", so Schuster.

Für die Realisierung und Finanzierung des Projektes werde es auch Unterstützung der Gemeinde Trausdorf geben. Die Wulka sorgte in der Vergangenheit auch dort immer wieder für Überschwemmungen und Hochwasser.
Frühwarnsystem gefordert
"Als dritte Maßnahme fordert die Gemeinde die Errichtung eines Frühwarnsystems von der Wulkaquelle bis zur Wulkamündung, damit die Feuerwehren auf künftige Hochwasser-Ereignisse schneller reagieren und die Bevölkerung vorzeitig gewarnt werden kann", hieß es aus der Gemeinde.
Gespräche mit den Anrainern
"Außerdem soll es Gespräche mit den Anrainern entlang der Wulka geben, "um zu prüfen, ob eine Verbreiterung und Vertiefung der Wulka im betroffenen Wohngebiet umgesetzt bzw. realisiert werden kann", so Schuster.
Hochwasser bereits im Vorjahr
Bereits im Vorjahr war die burgenland-kroatische Gemeinde Wulkaprodersdorf vom Hochwasser geplagt.

Seither wurden laut dem Vizebürgermeister mehr als 300.000 Euro in den Hochwasserschutz investiert.
Tschürtz fordert Schutz für Loipersbach
Auch Loipersbach (Bezirk Mattersburg) wurde am Sonntag vom Unwetter schwer in Mitleidenschaft gezogen.

FPÖ-Klubobmann Johann Tschürtz forderte daher am Montag ein entsprechendes Hochwasserschutz-Konzept für seine Heimatgemeinde. Erste Gespräche mit dem zuständigen Landesrat Werner Falb Meixner habe es bereits gestern gegeben, so Tschürtz.
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