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MI | 11.04.2012
Schwein (Bild: ORF)
POLITIK
Schweinemastbetrieb: SPÖ greift ÖVP an
Im Zusammenhang mit einem in Lichtenwörth (NÖ) nahe der burgenländischen Grenze geplanten Schweinemastbetrieb wirft die SPÖ den ÖVP-Landesräten Untätigkeit vor. Sie sollen den Betrieb verhindern, so die Forderung.
2.500 Schweine mehr
In Lichtenwörth werden bereits rund 30.000 Schweine gehalten, nun ist weiterer Mastbetrieb mit knapp 2.500 Tieren geplant. Der Wasserleitungsverband nördliches Burgenland befürchtet eine massive Beeinträchtigung des Grundwassers bei Neufeld und Neudörfl.

Die Trinkwasserversorgung von 150.000 Burgenländern sei akut gefährdet, sagte der technische Direktor des Wasserleitungsverbandes, Helmuth Herlicska.
"Sie unterstützen den sich anbahnende Umweltskandal."
Harte Kritik an ÖVP-Landesräten
Am Donnerstag nun forderte SPÖ-Umweltsprecher Erich Trummer die ÖVP-Landesräte Werner Falb-Meixner und Michaela Resetar auf, alle Hebel in Bewegung zu setzten, um das Schweinemastprojekt zu verhindern.

"Sie unterstützen den sich anbahnenden Umweltskandal. Sie hätten sich schon längst für ein grenzüberschreitendes Wasserschutz- und Schongebiet einsetzen müssen", so Trummer.
Umdenken gefordert
Josef Loos, Agrarsprecher der SPÖ, forderte ein prinzipielles Umdenken in der Landwirtschaftspolitik. Es könne nicht sein, dass mit Agrarförderungen die Trinkwasserressourcen gefährdet werden, meinte er.

"Förderungen müssen sozial gerechter und ökologisch treffsicherer sein. Damit könnten wir Monokulturen und Tierfabriken verhindern und das Schließen und Verschwinden von immer mehr bäuerlichen Betrieben beenden", sagte Loos.
SPÖ-Abgeordnete unterstützen die "Initiative Grundwasser".
Schriftliche Anfragen an Landesräte
Die SPÖ-Abgeordneten haben nun schriftliche Anfragen an die Landesräte Resetar und Falb-Meixner gerichtet und unterstützen die "Initiative Grundwasser", die von der Gemeinde Neufeld ins Leben gerufen wurde.
Reaktionen
Von einer unsachlichen und unseriösen Diskussion im Zusammenhang mit der Errichtung des Schweinestalls in Lichtenwörth sprach Agrarlandesrat Werner Falb-Meixner. Zurzeit würden die niederösterreichischen Behörden das Projekt prüfen. Ob es eine Umweltverträglichkeitsprüfung geben wird, sei noch offen.

Als "durchsichtiges und verantwortungsloses Ablenkungsmanöver, um die SPÖ-Untätigkeit vor der Bevölkerung zu verschleiern", bezeichnete Landesrätin Resetar die Aussagen. "Während die SPÖ durch Panikmache von der Untätigkeit ihres Landeshauptmanns ablenken will, unterstütze ich in meinem gesetzlich vorgegebenen Rahmen die Anliegen der Menschen, Gemeinden und Regionen."
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