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MO | 13.02.2012
Wege aus der Gewalt (Bild:ORF).
Soziales
Gewaltprävention durch "Täterberatung"
Unter dem Motto "Wege aus der Gewalt" haben in Oberpullendorf Experten über die Wichtigkeit nachhaltiger Initiativen gegen Gewalt diskutiert. Ein wichtiger Bestandteil dabei ist die Täterberatung der Caritas.
Nach Gewalt- nun auch Täterberatung
Gewalt in der Familie ist nach wie vor weit verbreitet. Österreichweit wurden im ersten Halbjahr 2009 mehr als 3.300 Wegweisungen und Betretungsverbote verhängt.

Das alleine reicht allerdings nicht um Opfer dauerhaft vor Tätern zu schützen. Wichtig ist es mit den Tätern selbst zu arbeiten.

Bereits seit drei Jahren bietet die Caritas im Rahmen der Männerberatung auch die so genannte Gewaltberatung an. Seit Anfang des Jahres gibt es nun eine spezielle Täterberatung. Der Großteil der Klienten sind Männer.
Diskussion Gewaltprävention (Bild:ORF).
Markus Glatz-Schmallegger (Bild: ORF) 30 neue Klienten in diesem Jahr
Allein im heurigen Jahr haben 30 neue Klienten die Beratung der Caritas in Anspruch genommen, darunter auch vier Frauen.

Ziel der jetzt abgehaltenen Veranstaltung war es, auf das Angebot der Caritas aufmerksam zu machen, sagt der Direktor der Caritas Markus Glatz-Schmallegger.
"Schließen wichtige Lücke im Gewaltschutz"
"Die Täterberatung ist ein junges Angebot der Caritas. Die Caritas schließt damit eine wichtige Lücke im Gewaltschutz. Täterberatung ist auch Opferschutz, es ist ganz wichtig, dass man hier präventiv arbeitet und dieses Angebot wollen wir auch präsentieren", sagt Glatz-Schmallegger.
Zusammenarbeit im Kampf gegen Gewalt
Im Kampf gegen die Gewalt ist es vor allem wichtig, dass verschiedenste Institutionen zusammenarbeiten - etwa Gewaltberatungsstellen, die Jugendwohlfahrt oder die Polizei.

Man könne Täter jedoch nicht verpflichten die Gewaltberatung in Anspruch zu nehmen, sagt der Präsident des Landesgerichts in Eisenstadt, Josef Wimmer.
"In Aussicht stellen Anzeigen zurückzulegen"
"Allerdings können wir es anbieten und dafür in Aussicht stellen, dass Anzeigen zurückgelegt werden, dass Diversionsmöglichkeiten geboten werden und dass dem Täter eine strafgerichtliche Verurteilung erspart bleibt", so Wimmer.
Zusammensetzung der Klienten
Insgesamt nehmen mehr als fünfzig Prozent der Täter die Gewaltberatung auf Grund von Empfehlungen verschiedenster Institutionen in Anspruch. Etwa 30 Prozent kommen freiwillig und rund 15 Prozent wenden sich aufgrund einer gerichtlichen Zuweisung an die Täterberatung.
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