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MO | 13.02.2012
Der uralte Rebstock. (Bild: APA)
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Sensation: St. Georgen ist Veltliner-Wiege
Die wichtigste Rebsorte Österreichs, der Grüne Veltliner, stammt auch aus dem Burgenland. Das bezeugt eine uralte Rebe, die im Eisenstädter Ortsteil St. Georgen gefunden wurde. Der Reben-"Elternteil" wird gepflegt und vermehrt.
Die uralte Rebe in St. Georgen wird wissenschaftlich betreut und vermehrt.
Hochinteressanter Fund
St. Georgen bei Eisenstadt kann also mit einem hochinteressanten Fund aufwarten. Auf einer Hutweide wächst eine Rebe, die nicht nur die Reblaus überlebt hat, sondern vor allem die Vaterrebe der Sorte Grüner Veltliner ist.

Bisher war die Herkunft des Grünen Veltliner unbekannt, nun kann diese einzelne, uralte Rebe aus St. Georgen eben als Vater oder Mutter bezeichnet werden. Der andere sogenannte Elternteil ist der Traminer.
Der uralte Rebstock. (Bild: Eisenstadt)
Gesucht und gefunden
Dass die uralte Rebe bis heute überlebt hat, ist Zufall. Dass man sie gefunden hat, eher nicht. Denn nach Gerüchten, die es seit vielen Jahren gab, hat man sich in St. Georgen auf die Suche gemacht und ist fündig geworden.
Suche auf der Weide
Im Jahr 2000 fand Dorfchronist Michael Leberl den Rebstock nach langer Suche auf der verwachsenen Hutweide.

Er hatte schon kurz nach dem Krieg als Kind von der Rebe gehört. Ein alter Mann wies ihm schließlich den Weg zum unwegsamen Jungfrauenberg.
Unter dem Namen "Rebe St. Georgen" wird der Steckling in der Versuchsanstalt Klosterneuburg betreut.
Rebe wird beobachtet und betreut
Der Rebstock wird seit einiger Zeit beobachtet und betreut - ein hochinteressantes Projekt, sagt der Universitätsdozent und Fachmann für Rebenzüchtung, Ferdinand Regner von der Weinbauschule Klosterneuburg.

Ob es sich bei der Rebe um den Vater oder die Mutter des Veltliner handle, lasse sich derzeit nicht sagen, dazu seien weitere aufwändige Untersuchungen notwendig.
Geschmack hat sich durchgesetzt
"Aber es ist eine Elternsorte. Und wenn man sich überlegt, dass die eine Elternsorte des Grünen Veltliner der Traminer ist - das haben wir schon Ende der 1990er-Jahre publiziert - dann hat sich die andere Elternsorte - nämlich die Rebe St. Georgen - deutlich durchgesetzt", so Regner.
Einzigartiger "St.Georgen"
Die Rebe in St. Georgen dürfte einzigartig sein, die Wissenschafter haben in ganz Europa nichts Vergleichbares gefunden. Die Sorte bekam nach ihrem Fundort den Namen "St. Georgen".
Auch der Winzer weiß seit seiner Jugend von der Existenz des Rebstockes.
Geschwächt, aber unter Beobachtung
Der St. Georgener Winzer Hans Moser legt regelmäßig Hand und Schere an, um den Stock zu pflegen und zu vermehren. Die Rebe sei lange unter Lichtmangel im Gestrüpp versteckt gewesen und daher sehr geschwächt, sagt der Winzer.
Warten auf Weintrauben
"Aber ich denke, dass wir in den nächsten ein bis zwei Jahren - hoffentlich - die ersten Trauben bekommen werden. Und ich hoffe, dass ich im nächsten Jahr schon hochpositive Ergebnisse liefern kann. Wenn nicht, müssen wir eben warten, bis die Natur uns die Chance gibt, die ersten Trauben zu verarbeiten", so Moser.
Natur muss arbeiten
Noch heißt es aber warten und die Natur arbeiten lassen - aber schon in wenigen Jahren könnte man mit einem Glas St. Georgener anstoßen.

Die Trauben sollen sehr aromatisch sein, heißt es in Überlieferungen, ob allerdings der Wein unseren Geschmacksnerven schmeicheln wird, wird sich erst weisen.
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