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MI | 11.04.2012
Olmod (Bild: ORF)
VERKEHR/UNGARN
Kleines Dorf wehrt sich gegen S31-Pläne
Der Weiterbau des S31 ist beschlossene Sache, die Trassenführung ist aber noch offen. Eine Variante führt zwischen Klostermarienberg und dem ungarischen Dorf Olmod. Die Olmoder wehren sich gegen die Schnellstraße.
Gespräche nächste Woche
Noch gibt es keine fixe Trassenführung, denn es gibt noch keine Einigung mit Ungarn über einen Grenzübertrittspunkt. Daher soll es diese Woche eine gemeinsame Sitzung von Vertretern des Landes, der Asfinag und der ungarischen Infrastrukturgesellschaft NIF geben.

Eine der möglichen Variante führt zwischen Klostermarienberg und dem ungarischen Dorf Olmod (Bleigraben). Der ORF Burgenland hat am Sonntag einen Lokalaugenschein gemacht.
Mögliche Trassenführung (Bild: ORF)
Olmod (Bild: ORF)
Olmod liegt an den Ausläufern des Günser Gebirges. Die nächste Ortschaft ist Klostermarienberg, hinter dem Wald, rund einen Kilometer entfernt, derzeit nur über einen Pfad zu erreichen.
Olmod (Bild: ORF)
Olmod hat knapp 100 Einwohner, etwa 60 davon sind Burgenlandkroaten, der Rest Ungarn und ein paar Österreicher, die sich hier ein Haus gekauft haben. Für kurze Zeit hatte Olmod sogar zum Burgenland gehört, wurde aber 1922 gegen Rattersdorf getauscht.
Aufregung über geplante Schnellstraße
Kindergarten oder Schule gibt es nicht in Olmod, aber dafür eine öffentliche Bücherei und ein kleines Heimatmuseum. Aufregend kann man das Leben in Olmod nicht nennen, aber die geplante Schnellstraße bringt die Gemüter dann doch in Wallung.
Vince Hergovich (Bild: ORF)
"Diese Trassenvariante würde eine Steigung von 120 Höhenmetern auf einer Strecke 2,5 Kilomteren bedeuten. Das ist ein Wahnsinn. Unser Infrastrukturplan sieht einen Tunnel vor, und darauf bestehen wir. Diese Trasse kommt sonst nicht in Frage, die Verantwortlichen mögen eine andere suchen", sagte Vince Hergovich, Bürgermeister von Olmod.
Janos Barisich (Bild: ORF)
"Ich liebe dieses Dorf, die Trasse würde auf dem Hügel oberhalb meines Hauses vorbei führen, und das will ich nicht", so Janos Barisich aus Olmod.
Radweg statt Straße
Die Olmoder haben ganz andere Pläne für diesen Berg, über den die geplante Trasse führen soll: Es soll ein Radweg entstehen, der Olmod mit Klostermarienberg verbindet.
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