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SO | 12.02.2012
Gertraud Knoll. (Bild: ORF)
RELIGION
Knoll: Erstes Interview nach Kirchenaustritt
Wie berichtet ist die ehemalige Superintendentin des Burgenlandes, Gertraud Knoll, diese Woche aus der Evangelischen Kirche ausgetreten. Jetzt hat sie ihr erstes Interview dazu gegeben.
Ein Hirtenbrief war der Auslöser für den Schritt.
Wegen Haider-Lob
Grund für den Kirchenaustritt Knolls ist ein Hirtenbrief des Kärntner Superintendenten und gebürtigen Burgenländers Manfred Sauer am Todestag Jörg Haiders, in dem der Politiker gelobt wird.

Für Knoll ist das ein klarer Missbrauch, denn ein Hirtenbrief muss am Sonntag in allen Gottesdiensten verlesen werden, außerdem gehen Haiders antisemitische Äußerungen an die Wurzel ihres Glaubens, sagt Knoll in ihrem ersten Interview in der Zeit im Bild.
Im lutherischen Sinn
"Wenn das unwidersprochen bleibt, dann ist das für mich die einzige Alternative, um meine protestantische Identität zum Ausdruck bringen zu können. Das Besondere ist ja, dass jeder für sich selber definieren muss, was er oder sie verantworten kann und wie diese Antwort in der jeweiligen historischen Situation ausschaut. Das kann nur jeder mit sich selbst ausmachen, ganz im lutherischen Sinn 'Hier stehe ich, ich kann nicht anders'", so Knoll.
Hier Ausschnitte aus dem Interview in der Zeit im Bild 2 mit ORF-Reporter Matthias Schmelzer.
Klarer Schnitt
Der Rücktritt sei ein ganz klarer Schnitt gewesen, um nicht noch einmal in die Diskussion zu kommen, dass sie diejenige sei, die Kirche und Politik nicht auseinander halten könne, so Knoll.
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