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MI | 11.04.2012
Kranzniederlegung Schattendorf. (Bild: ORF)
SCHÜSSE VON SCHATTENDORF
Gedenken und Auseinandersetzung
In Schattendorf wurde am Dienstag der Ereignisse vom 30. Jänner 1927 gedacht. Mehr als 200 Personen stellten sich im Rahmen eines Symposiums dem wohl schwierigsten Kapitel der Gemeindegeschichte.
Zwei Todesopfer
Der blutige Zusammenstoß zwischen rechten Frontkämpfern und sozialdemokratischen Schutzbündlern vor 80 Jahren gilt als Anfang vom Ende der Ersten Republik.

Bei einer Auseinandersetzung von Mitgliedern der Frontkämpfervereinigung und des Republikanischen Schutzbundes waren damals ein siebenjähriges Kind und ein 40-jähriger Kriegsinvalide getötet worden.
Schattendorf, historische Aufnahme. (Bild: ORF)
Weitreichende Folgen
Die Folgen waren weitreichend: Die drei Todesschützen wurden freigesprochen. In der Folge kamen bei Unruhen 80 Menschen ums Leben, der Justizpalast brannte.
Gedenken am Dienstag
Am Dienstag wurde zunächst auf dem Schattendorfer Friedhof der Opfer gedacht - am Grab von Josef Grössing, dem siebenjährigen Buben, der am 30. Jänner 1927 erschossen wurde. Das zweite Opfer Matthias Csmarits stammte aus Klingenbach.

Wie schwer man sich in der Gemeinde Schattendorf bis heute tut, mit den Ereignissen von damals umzugehen, drückte Bürgermeister Alfred Grafl (SPÖ) in seiner Ansprache aus.
Kranzniederlegung in Schattendorf. (Bild: ORF)
Schuldzuweisungen
"Man soll das Vergangene ruhen lassen, hat es bei uns in der Gemeinde immer wieder geheißen. Und wenn doch einmal darüber gesprochen wurde, dann waren das meist Schuldzuweisungen - und zwar von beiden Seiten", so Grafl.
Symposium mit reger Beteiligung
Anschließend fand ein von der SPÖ Schattendorf organisierten Symposium statt, an dem mehr als 200 Personen kamen.

Der Historiker Gerald Schlag sprach über die gesellschaftliche und politische Polarisierung nach dem 1. Weltkrieg.
Lange Zeit Tabuthema
In Schattendorf selbst blieb das Thema lange Zeit tabu, sagte Ute Leonhardt. Noch vor wenigen Jahren, als sie daran ging, das Ereignis wissenschaftlich aufzuarbeiten, sei kaum jemand bereit gewesen, mit ihr über den 30. Jänner 1927 zu reden.
Auseinandersetzung
Am Dienstag haben sich die Schattendorfer in großer Zahl und öffentlich mit dem wohl schwierigsten Kapitel ihrer Gemeindegeschichte beschäftigt.
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